Kreisumlage sinkt deutlich

Marktoberdorf/Ostallgäu | vit | Die Ostallgäuer Gemeinden müssen heuer voraussichtlich einen deutlich geringeren Anteil ihrer Steuereinnahmen an den Kreis abführen. Die Kreisumlage soll um zwei Prozentpunkte auf 45,8 Prozent sinken. Damit steuern die Gemeinden 41,4 Millionen Euro zur Finanzierung des Kreishaushaltes 2008 bei - 1,8 Millionen weniger als im Vorjahr. Dennoch müssen 28 von 45 Kommunen mehr abführen als 2007.

In der Bürgermeisterbesprechung erläuterte Kreiskämmerer Hermann Thoma gestern den Entwurf des ersten doppischen Haushalts für den Landkreises. Im Gegensatz zur bisher angewandten Kameralistik stellt die Doppik auch die Abschreibung dar. Daher ist ein Vergleich zwischen dem Haushalt 2007 (Gesamtvolumen 101,5 Millionen Euro) und dem Etat 2008 schwierig.

Der Finanzhaushalt 2008 gliedert sich in zwei Bereiche: Bei der laufenden Verwaltungstätigkeit stehen den Einnahmen in Höhe von 83,4 Mio. Auszahlungen von 80 Mio. Euro gegenüber. Bei den Investitionen gibt es 2,5 Mio. Euro Einnahmen und 11 Mio. Ausgaben. Dies macht einen Finanzierungsbedarf von saldiert 5,5 Mio. Euro nötig.

Ausführlich erläuterte Thoma die Neuerungen. Er machte klar: Der Landkreis baut seine Schulden weiter ab und investiert 11 Mio. Euro. Vor allem für Schulen (3,4 Mio.), die Landratsamtserweiterung (3,1 Mio.) und Kreisstraßen (1,95 Mio.).

Wie weit man den Gemeinden bei der Kreisumlage entgegenkommt, erläuterte Landrat Johann Fleschhut. Er geht davon aus, dass der Bezirk seine Umlage um 2,2 Punkte auf 19,2 Prozent senkt. Dies entlastet den Landkreis um rund 2 Mio. Euro. Hinzu kommen 2,8 Mio. mehr an Schlüsselzuweisungen und 2,1 Mio. 'Überschuss' vom Vorjahr. Davon allerdings wollen Landrat und Kämmerer mindestens 1,2 Millionen Euro für den Schuldenabbau verwenden. Verteile man die Entlastungen auf Landkreis und Gemeinden, so seien zwei Prozentpunkte weniger Kreisumlage eine gerechte Lösung. Auch die Vertreter aller Kreistagsfraktionen seien damit einverstanden gewesen. Entscheiden müssen allerdings noch der Kreisausschuss und Kreistag.

Ein Problem gibt es allerdings: Grundlage für die Berechnung der Kreisumlage ist die Umlagekraft der Gemeinden im Jahr 2006. Damals erlebten viele finanzstarke Gemeinden einen Einbruch bei den Steuern, da Unternehmen investiert hatten. Die kleineren Gemeinden bekamen hingegen mehr Geld. Dies führt nun dazu, dass real nur 17 Gemeinden weniger an den Kreis überweisen müssen. Am stärksten entlastet wird Marktoberdorf (Beitrag sinkt von 8,6 auf 7,0 Mio. Euro). Am höchsten belastet wird Pfronten (Umlage steigt von 2,5 auf 3,3 Mio.).

Dennoch stimmten die Kommunen zu. Bürgermeistersprecher Alexander Müller freute sich über die Senkung. Mehrere Bürgermeister lobten die Kämmerei und interessierten sich für die Umsetzung der Doppik auf Gemeindeebene. Manfred Rinderle (Seeg) verwies darauf, wie sehr die Gemeinden vom Schuldenabbau im Kreis profitieren: 'Die Schulden des Landkreises sind auch indirekt Schulden der Gemeinden.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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