Marktoberdorf
Kreisblasorchester besticht durch Vielfalt und Können

Zunächst wurde es als «Ständchen» bezeichnet, aber dann wurde aus den Darbietungen des Kreisblasorchesters Ostallgäu doch ein richtiges Konzert. Ungefähr ein dreiviertel Jahr nach der letzten Projektphase im vergangenen Herbst zeigte sich das Orchester unter Stefan Reggel in der Turnhalle der Marktoberdorfer Berufsschule in ansprechender Form. Äußerer Rahmen war die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Berufsschule. Viele Anwesende äußerten sich erstaunt über das spielerische Niveau und das gezeigte vielfältige Repertoire und hatten wahrscheinlich ihr erstes «Aha-Erlebnis» in Sachen sinfonischer Blasmusik.

Durch die Sparten konzertanter Blasmusik

Das von Reggel zusammengestellte Konzertprogramm führte durch alle gängigen Sparten des konzertanten Blasmusik-Repertoires und startete mit «Salutations», einem kraftvollen Eröffnungsstück des Altmeisters Alfred Reed. Zwar dominierte das Blech in seinen zahlreichen Fanfaren, aber Reggel sorgte für entsprechende Klangbalance, sodass die Holzbläser akustisch nicht ganz chancenlos waren. Die «Overture to a New Age» des Niederländers Jan de Haan arbeitet mit zahlreichen Stilmitteln, wie man sie aus der modernen Filmmusik kennt. Gelegentlich nahm der Dirigent das Tempo sehr zügig, sodass mit synkopischer Bass-Begleitung einige Passagen wie eine rumänische Hora klangen.

Ein willkommener Ruhepunkt war die Volksliedparaphrase «Irish Tune from County Derry» von Percy Aldridge Grainger, die Reggel ohne Taktstock und mit zahlreichen aufmunternden Gesten dirigierte. Die Kommunikation zwischen ihm und den Musikern schien bestens zu stimmen.

Weiter ging es mit klassischen Bearbeitungen, beide aus der k.u.k.-Zeit stammend. Neben der bisweilen furiosen Ouvertüre «Banditenstreiche» von Franz von Suppé erklang der «Ägyptische Marsch» von Johann Strauß, dessen «orientalische» Färbung sich vor allem auf viele Moll-Eintrübungen in der Melodie beschränkte.

Die sehr romantische «Hymne à la Musique» des Franzosen Serge Lancen wurde mit viel Klang und großem Ton gespielt, bevor man sich in «Wingin it» von Gilbert Tinner eher moderner Tanzmusik zuwandte. Wer Blasmusik noch vorwiegend mit Marschmusik gleichsetzte, musste bis zum Ende des offiziellen Programms warten.

Aber auch dann bekam man keine Alltagskost vorgesetzt, denn der «Gibraltar Marsch» des Briten Richard Waterer dürfte auf dem europäischen Kontinent bislang höchst selten erklungen sein. Als Zugabe ein zweiter Marsch der in geringerer Entfernung von hier entstanden ist: die «Jubelklänge» des Thüringers Ernst Uebel.

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