Buchloe
Kreativ und naturnah

Seine Ideen eines alternativen Spielplatzes stellte Christof Wegner im Buchloer Rathaus vor. Der Landschaftsgärtner aus dem Unterallgäuer Dorf Frickenhausen sprach viel von Kreativität und der Nähe zur Natur. Vorausgegangen war dem Referat ein Antrag zweier Familien aus dem Südosten Buchloes. Sie wünschen sich, wie die 93 Unterzeichner des Schriftstücks, einen naturnahen Spielplatz. Weil zum einen laut Bebauungsplan in der Lamerdinger Straße noch eine solche Stätte vorgesehen ist, zum anderen viele der Kinder dort gerade im richtigen Alter dafür seien. Wegner stellte zu Beginn zwei seiner laufenden Projekte vor: einen öffentlichen Spielplatz in Waldstetten bei Günzburg und eine Anlage des Kindergartens in Baustetten bei Laupheim. Ein weiterer entstand auf dem Gelände der Firma Baufritz in Erkheim. Alle werden nach ähnlichem Schema gestaltet. Der Landschaftsgärtner gestaltet die Spielplätze mit Material, das in der Natur zu finden ist. «Alles, was irgendwo ausgebaut wird, wird anderswo wieder eingebaut», so Wegner. Doch die Plätze entstehen nicht auf dem Reißbrett, sondern auf dem eigenen Hof. Er experimentiere zunächst zu Hause auf dem eigenen Anwesen. «Und wenn es funktioniert, dann gehe ich mit diesem Ideen raus», erklärt Wegner weiter.

Lebendige Spielstätten

Großen Wert legt er dabei auf Mobilität, auf kleine Ecken zum Spielen und Plätze, die Veränderungen zulassen. Sprich: viel Stein, jede Menge Sand, Erdhügel, Weidentunnels und Sinnespfade. Er kommt dabei völlig ohne gängige Mittel wie Schaukeln oder Rutschen aus. «Kinder sind verdammt kreativ - wenn man ihnen den Platz dafür lässt», meinte Wegner. Die alternativen Spielplätze würden erfahrungsgemäß nicht nur von den Kindern genutzt, sondern von allen Generationen. Es seien lebendige Spielstätten.

Der Pflegeaufwand ist, weil voll in die natürliche Umgebung eingebettet, dementsprechend extensiv. Wegner sprach von maximal drei Arbeitstagen pro Jahr. Geschafft werden müsse jedoch immer gemeinsam. Und ähnlich sei dies auch beim Bau des Spielplatzes.

«Wenn viele anpacken, entsteht etwas Gemeinschaftliches. Man darf das nicht über die Köpfe der Anlieger hinweg planen. Das wäre Missbrauch», appellierte er.

Gegenüber der BZ erklärte Wegner, dass bereits bei der Planung Sicherheitsbeauftragte einbezogen werden. Außerdem würden die Spielplätze von der Gemeindeunfallversicherung abgenommen. Das sei Grundvoraussetzung. Die Kosten für einen naturnahen Spielplatz beliefen sich zwischen 50 und 90 Euro pro Quadratmeter.

Die Räte waren sichtlich angetan von Wegners Konzept. Sie stellten Fragen zu Sicherheit, Kosten und Größe eines solchen Projekts.

Weil allerdings noch nicht alle Bewohner des Neubaugebiets in Buchloes Südosten hinter der Idee stehen, manche sogar komplett gegen einen Spielplatz an dieser Stelle sind, werde man Wegner nochmals im öffentlichen Rahmen einladen, sagte Bürgermeister Josef Schweinberger.

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