Viehscheid
Kranzrind-Prämierung: Hauptpreise für die Alpen Hinteregg, Buchel und Holzschlag

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Echt? Wirklich? Elke Gehring ist die ersten Minuten ganz verblüfft. Wie fast jedes Jahr hat sie den Kranz für die Buchelalpe gebunden, die ihre Familie seit 15 Jahren bewirtschaftet.

Schafgarbe, Enzian, Golddisteln und Moos hat sie hineingebunden. Viele haben mir dieses Jahr gesagt, dass der Kranz besonders schön ist, erzählt Gehring. Große Hoffnungen hat sie sich trotzdem nicht gemacht. Wir waren schon mal in der engeren Auswahl.

Insgesamt 107 geschmückte Rinder hat sich eine Jury bei der Allgäuer Kranzrind-Prämierung genau angeschaut und die zwölf preiswürdigsten herausgesucht. 1083 Leser haben bei der Aktion unserer Zeitung und der Engelbräu Rettenberg mitgemacht. Neben der Buchelalpe dürfen sich auch Hirten und Kranzbinderinnen der Alpe Holzschlag (Gunzesried) und der Alpe Hinteregg (Bolsterlang) über einen Hauptpreis freuen.

Wie ein Feiertag

Als einzige Herde zieht die Buchelalpe im Herbst von den Bergen herunter nach Unterjoch. Das war schon immer so, sagt Hirte Martin Gehring. Einen Viehscheid gab es dagegen nicht immer. Wir haben das wieder angefangen, mein Vorgänger hat damit aufgehört. Ihm ist der Alpabtrieb wichtig. Das gehört nach einem guten Sommer einfach dazu. Das ist wie ein Feiertag, sagt Gehring. Mit 57 Tieren ist er dieses Jahr von der 1290 Meter hohen Alpe ins Tal gezogen. Gelernt hat er Metallbauer, doch nun hat er bereits seinen fünften Sommer in den Bergen verbracht.

Um 131 Tiere hat sich der 25-jährige Lorenz Fickler auf der 1470 Meter hoch gelegenen Alpe Hinteregg gekümmert. Das Leben in den Bergen kennt er gut. Seit ich drei Jahre alt bin, bin ich mit dabei, sagt Fickler. Von einem Kranzrind angeführt wurde seine Herde dieses Jahr zum zweiten Mal.

Den Kranz hat seine Mutter Christine gemeinsam mit einer Freundin gebunden. Das machen wir jedes Jahr so, erzählt sie. Schafgarbe, Buchs und Vogelbeere hat sie mit in den Kranz hineingebunden. Zwei Tage lang war sie mit dem Binden beschäftigt.

Zum zweiten Mal dabei

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Kranz von Doris Mück prämiert wird. Vor drei Jahren hat sie das Kranzrind ihres Cousins von der Mittelalpe geschmückt und damit den Hauptpreis gewonnen. Dieses Jahr hat sie auf der Alpe Holzschlag für ihren Bruder Ewald Berchthold gekranzt und ist wieder von den Lesern ausgezeichnet worden. Was das Leben in den Bergen angeht, ist Ewald Berchtold ein alter Hase.

Seit 26 Jahren zieht es ihn im Sommer in höhere Lagen, genauer gesagt auf die auf rund 1200 Metern gelegene Alpe Holzschlag. Daran soll sich so schnell auch nichts ändern. So lange ich es noch machen kann, will ich es machen, sagt der 49-Jährige. In diesem Jahr hat er sich um 152 Tiere gekümmert.

Mit der Allgäuer Kranzrind-Prämierung würdigen unsere Zeitung und die Engelbräu Rettenberg in enger Zusammenarbeit mit dem Alpwirtschaftlichen Verein Allgäu alljährlich den Beitrag der Älpler zur Brauchtumspflege und ihre Leistung während des Alpsommers. Unter allen Teilnehmern der Leser-Aktion haben wir Gutscheine verlost.

Hier sind die Gewinner:

Maria Horber aus Erkheim (Sennerei Gunzesried, 70 Euro)

Andreas Hummel aus Obergünzburg (Sennerei Untermaiselstein, 60 Euro)

Sybille Henkel aus Nesselwang (Sennerei Hüttenberg, 50 Euro)

Hans Zaunberger aus Kempten (Brauereigasthof Engel, 40 Euro)

Fritzi Weiß aus Burgberg (Brauereigasthof Engel, 30 Euro)

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