Waal / Aitrang
Konzert soll an Otto Kobel erinnern

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Zuerst dachten Barbara Gielow und Franziska Gielow Cantimelo an eine Ausstellung. Eine Schau mit Skulpturen und Gemälden - das könnte eine schöne Erinnerung sein an ihren verstorbenen Großvater Otto Kobel sein, der am 7. Oktober 90 Jahre alt geworden wäre. Doch schnell war für die beiden Schwestern klar: Das geht organisatorisch nicht. Otto Kobel, der weit über das Allgäu hinaus bekannte Theatermann und Künstler hatte vor allem Kirchen ausgestaltet. Wie also seine Werke für eine Ausstellung zusammenstellen?

Und so ließen sich die beiden etwas anderes einfallen, etwas, das zwar ebenfalls eine große Kraftanstrengung erfordert, aber realisierbar erscheint. Mit befreundeten Sängern und Instrumentalisten führen sie am Sonntag, 4. Oktober, das Oratorium «Paulus» von Felix Mendelssohn Bartholdy im Passionsspieltheater Waal auf, an jenem Ort also, den Kobel mit aufbaute, wo er Jahrzehnte lang Regie führte, spielte und Bühnenbilder schuf.

Warum ein solches Mammutwerk von fast zweieinhalb Stunden Länge? Warum ein Werk, das einen riesigen Chor und ein großes Orchester verlangt, bestückt mit hervorragenden Musikern?

Zunächst einmal: Weil die beiden Kobel-Enkelinnen ausgebildete und leidenschaftliche Musikerinnen sind. Aber dann ergab sich noch eine Jubiläums-Konstellation, die den «Paulus» fast zwingend erschienen ließ. Kobels letzte Rolle im Passionsspieltheater Waal war 1985 die von ihm auch inszenierte Lebens- und Wirkungsgeschichte des Apostels Paulus. Außerdem feierten die Katholiken gerade das Paulus-Jahr. Und Komponist Mendelssohn ist vor genau 200 Jahren geboren worden.

«Ein bisschen Angst hatten wir schon angesichts des großen Werkes», verrät Franziska Gielow Cantimelo (28), inzwischen Musiklehrerin in Mindelheim. Die Finanzierung des 10 000-Euro-Projekts stellt ein nicht unerhebliches Risiko dar. Und da war die Frage, ob sie den großen Aufwand bei der Organisation des Konzertes würden stemmen können.

Zuschuss Dank Theo Waigel

Inzwischen sind die beiden Frauen sehr zuversichtlich. Dank des Kobel-Freundes Dr. Theo Waigel floss ein Zuschuss der Viermetz-Stiftung. Und der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut habe die Sparkasse als Sponsor mit ins Boot geholt.

«Wir sind guter Hoffnung», sagt Barbara Gielow (30), die in Aitrang (Ostallgäu) lebt und in Stuttgart studiert. Freilich bleibt ein finanzielles Risiko. Mindestens 400 Zuhörer müssten ins 575 Menschen fassende Passionsspieltheater kommen, sonst gibt es ein unangenehmes Defizit.

70 Sänger und 40 Instrumentalisten werden am 4. Oktober auf der Bühne in Waal musizieren. Rund 500 Anrufe tätigten die beiden Organisatorinnen, um sie zusammenzutrommeln. Sie haben Verwandte, Freunde und Bekannte sowie Studienkollegen und Dozenten gebeten mitzumachen - für einen Freundschaftspreis oder gar nur für eine Brotzeit. Der Kern des Chores besteht aus den Kaufbeurer Martinsfinken, die meisten anderen Sänger stammen aus dem Ostallgäu.

Die erste Chorprobe war vielversprechend. «Die Sänger haben sich sehr gut vorbereitet und sind richtig begeistert», sagt Barbara Gielow.

Das Orchester wiederum besteht hauptsächlich aus Stuttgartern, wo die Kobel-Enkelinnen Musik studierten. Sie selbst spielen auch mit: Franziska die Geige, Barbara das Cello. Am Dirigentenpult steht Fabian Wöhrle aus Weimar. Von dort kommen auch drei der vier Solisten, darunter der junge Bariton Florian Götz, der die Titelpartie singt.

Eröffnet wird das Konzert, das um 17 Uhr beginnt, mit einer Rede von Theo Waigel. Erwartet wird außerdem der Augsburger Weihbischof Dr. Anton Losinger.

Das Gedächtniskonzert für Otto Kobel mit dem Oratorium «Paulus» von Felix Mendelssohn Bartholdy wird am Sonntag, 4. Oktober, im Festspielhaus von Waal aufgeführt. Beginn: 17 Uhr. Karten im Vorverkauf unter der Telefonnummer 08343/92 32 60.

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