Memmingen
Konzentrierter Blick in die Röhre

Michael Roßmeier schaut im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre. Der Betriebsvermittler von der Autobahnmeisterei Memmingen beobachtet den Verkehr, der durch den Füssener Grenztunnel oder den Kohlbergtunnel auf der A96 rollt. Auf sechs Monitoren empfängt Roßmeier an seinem Arbeitsplatz Bilder aus den Tunnelröhren. Zudem empfangen neun Computermonitore Daten von mehreren Autobahnen. Telefone läuten. Ob es sich nun um einen Vorfall im Tunnel handelt, einen Unfall auf der Autobahn, ob irgendwo Öl ausgelaufen ist, Schutzplanken beschädigt sind oder Gegenstände auf der Fahrbahn liegen - bei Michael Roßmeier laufen die Informationen zusammen. Und Roßmeier muss handeln. Schnell. «Das erfordert schon hohe Konzentration», sagt er.

Michael Roßmeier ist einer von fünf sogenannten Betriebsvermittlern, die von der Autobahnmeisterei Memmingen aus rund um die Uhr den Verkehr auf den schwäbischen Autobahnen überwachen. Dazu zählen Teile der A8 und A96, das Stück der A980 bei Kempten sowie die A7 bis zum Füssener Grenztunnel.

Die Betriebsvermittler stützen sich bei ihrer Arbeit auf viele unterschiedliche Daten, wie Hans Roth von der Autobahndirektion in Kempten sagt. Über Sonden, die an den Autobahnen angebracht sind, empfängt die Zentrale beispielsweise Informationen über Wetter, Sichtverhältnisse, Verkehrsdichte oder Fahrbahntemperatur. Ein besonderes Augenmerk gilt der Situation in Kohlberg- und Grenztunnel sowie im Tunnel Reinertshof auf dem neuen A7-Teilstück.

Das Überwachungsteam kann am Computerbildschirm etwa ablesen, wie viele Autos gerade durch den jeweiligen Tunnel fahren, wie hoch deren Geschwindigkeit ist oder der Schadstoffgehalt der Luft.

«Vor allem wenn sehr viel Verkehr ist, müssen wir eingreifen», sagt Hans Roth. Dies geschieht über sogenannte Verkehrsbeeinflussungsanlagen; das sind Verkehrszeichen, die je nach Situation verschiedene Informationen anzeigen können. So kann etwa das Tempo gedrosselt werden. Wichtig ist vor allen Dingen, dass sich in den Tunnels der Verkehr nicht staut. Besonders beim Grenztunnel Füssen besteht an Spitzenreisetagen wie etwa Heilige Drei Könige, Fasching oder zu Pfingsten diese Gefahr, wenn an einem Tag bis zu 20000 Autos durch den Tunnel wollen. Die Verkehrsüberwacher sind dann gezwungen, die Ampel vor dem Grenztunnel auf Rot zu stellen: Dann heißt es Blockabfertigung.

In den nächsten Jahren wird es vermutlich häufiger zu derartigen Situationen kommen. Prognosen zufolge wird der Pkw-Verkehr bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zunehmen.

Daten richtig einschätzen

Die Memminger Verkehrsüberwacher steuern jetzt auf ihre «Hauptgeschäftszeit» zu, wie Michael Roßmeier sagt. Im Winter kommt es besonders darauf an, die Daten aus den Computern richtig einzuschätzen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Wann wird es wo glatt, schneit es? Dann muss Roßmeier schnell seine Leute raus schicken zum Salz streuen oder Schnee räumen. «Der Winter ist die größte Herausforderung für uns.»

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