Kontrolliert Wiesen fluten statt Bach ausbauen

Von Sibylle Mettler
| Bühl/Werdenstein Der Schutz vor Hochwasser am Winkelbach in Bühl und am Fleschermühlbach in Werdenstein ist beschlossene Sache. 1,7 Millionen Euro hat die Stadt Immenstadt für die Bauten an den beiden Bächen eingeplant. Wie es aussieht, kann sich die Kommune aber etwa die Hälfte sparen. Bürgermeister Armin Schaupp hat sich mit den Plänen zu den Schutzbauten noch einmal auseinandergesetzt - und alternative Lösungen erarbeitet, die er jetzt dem Stadtrat vorstellte. Die neuen Pläne werden derzeit vom Wasserwirtschaftsamt geprüft.

Die Grundüberlegung ist bei beiden Bächen gleich: Wenn sie Hochwasser führen, wird ein Teil des Wassers kontrolliert über Wiesen geleitet. «Davon ist eine gewaltige Kosteneinsparung zu erwarten», sagte Schaupp, der vor seinem Amtsantritt als Bürgermeister beim Wasserwirtschaftsamt in Kempten arbeitete.

Der Winkelbach, der in mehreren Seitenarmen durch Bühl läuft, ist in der Vergangenheit bei Hochwasser immer wieder über die Ufer getreten und hat Keller, Gärten und Wiesen überflutet. Deshalb sollte der Bach komplett ausgebaut werden. Dazu war geplant, die Verrohrung und die Brücke am Steinach zu erneuern. Schaupp schlug nun vor, das Hochwasser statt dessen kontrolliert auf eine Wiese zu lenken. Von dort soll es in einem unterirdischen Kanal unter der Bundesstraße durchlaufen.

Damit lasse sich der Immenstädter Anteil an den Kosten um mindestens 500000 Euro reduzieren, so Schaupp.

Der Fleschermühlbach hat wiederholt Teile von Werdenstein sowie die Kreisstraße nach Eckarts überflutet. Er sollte laut Christoph Deutscher, Tiefbau-Leiter der Immenstädter Stadtverwaltung, so ausgebaut werden, dass er auch bei Hochwasser in seinem Bachbett bleibt. Nach den neuen Plänen darf er sein Bett bei hohem Wasserstand kontrolliert verlassen. Es solle eine Flutmulde geschaffen werden, die sicherstellt, dass das Wasser kontrolliert über Wiesen abfließt. Die Kreisstraße Zellers-Niedersonthofen würde dann laut Deutscher zwar überflutet - «aber auch nicht stärker als bisher».

Die Kosten für die Stadt - ursprünglich rechnete man mit 700000 Euro - würden sich dadurch halbieren. Mit dem Landwirt, dessen Wiesen überflutet würden, sind die Pläne nach Angaben des Bürgermeisters schon durchgesprochen. Er sei der Idee nicht abgeneigt. Auch mit dem Landratsamt seien die Pläne schon diskutiert worden.

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