Oberstdorf
Konkurrenz deklassiert und gemeinsam gefeiert

Von wegen ausgepumpt und völlig am Ende. Andi Strobel und Markus Kaufmann fahren nach 3:12,54 Stunden, 63 Kilometern und 2200 Höhenmeter Seite an Seite, den Arm über die Schulter des anderen legend, lächelnd über die Ziellinie. Bereits vor zwei Jahren passierten die beiden Favoriten beim Mountainbike-Marathon in Oberstdorf zeitgleich die Lichtschranke und ließen sich als Doppelsieger feiern.

«Natürlich wäre uns ein rasantes Finale mit einem Spurt auf den letzten Metern und einem knappen Finish lieber gewesen», sagt Organisatator Andi Heckmair (68). Aber wer wie die beiden souverän das Feld beherrscht, auf der Strecke kräftig Gas gibt «und mit einem Vorsprung von fünf Minuten das Feld abhängt, kann auch mal den Erfolg gemeinsam genießen», so Heckmair.

Dabei hatten Strobel (37) aus Partenkirchen und Kaufmann (28/Meckenbeuren bei Friedrichshafen) nicht geplant, dem Feld mit 500 Teilnehmern (300 starteten auf der Marathon-Strecke, 200 über die 52-km-Runde) davon zu fahren.

«Als wir aber nach dem Aufstieg zur Seealpe keinen mehr hinter uns gesehen haben, verständigten wir uns darauf, abwechselnd Tempo zu machen und den Vorsprung auszubauen», erklärt Strobel die Marschroute. Als dann rund zehn Kilometer vor dem Ziel nach dem Aufstieg auf die Schlappoldalpe immer noch weit und breit kein Konkurrent zu sehen war, «haben wir abgesprochen, wie 2007 gemeinsam ins Ziel in Oberstdorf zu fahren», sagt Kaufmann.

Steile, knackige Anstiege

Ihm und auch seinem Freund Strobel, die seit zwei Jahren für das «Team Vaude-Simplon» fahren, war es lieber, «sich gegenseitig zu puschen, als wenn einer vornweg gefahren wäre» (Kaufmann). Trotz gegenseitiger Hilfe sei «eines der anspruchsvollsten Rennen im Mountainbike-Kalender hierzulande kein Kinderspiel», berichtet Strobel.

Auf den steilen, knackigen Anstiegen und technisch anspruchsvollen Abfahrten müsse man trotz Vorsprung bis zum Schluss höllisch aufpassen, dass nichts passiert oder «ein Reifendefekt die ganze Schinderei zunichte machen kann», weiß Strobel. Froh darüber, dass auch er alle kniffligen Passagen ohne Sturz und Materialschaden überstanden hat, ist auch Tobias Steinacher aus Hopferau. Er war in 3:23,46 Stunden bester Allgäuer. «Ich bin sehr zufrieden und happy mit dieser super Leistung», sagt der 27-jährige Machinenbau-Student. Für ihn war es nach fünfjähriger Pause aufgrund eines gebrochenen Sprunggelenks das zweite Rennen nach dem Wiedereinstieg vor zwei Wochen.

Beste Allgäuerin auf Rang vier war Stefanie Hadraschek aus Burgberg (4:23,43). Siegerin wurde Barbara Kaltenhauser, Radsport Oberland-Alo (3:59,01) vor Mailin Franke, Fuji Bike Europe (4:05,09).

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