Allgäu
Konjunkturpaket II: Viel Geld - und sehr viele Wünsche

204 Millionen Euro bekommt Schwaben aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Auch die Städte und Gemeinden im Allgäu wollen etwas von dem Kuchen abbekommen. Wünsche gibt es viele, erfüllt werden wohl nur einige. Denn es wird bereits befürchtet, dass das Paket mehrfach überzeichnet wird. Die Projekte, die mit bis zu 90 Prozent gefördert werden, werden deshalb sorgsam ausgewählt, erklärt der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut. Fleschhut befürchtet daher «einige Enttäuschungen». Hier die Vorstellungen der Allgäuer Landkreise und der kreisfreien Städte:

Weniger Bürokratie gewünscht

l Oberallgäu: Mit insgesamt etwa zwölf Millionen Euro können Landkreis und Kommunen im Oberallgäu laut Landrat Gebhard Kaiser rechnen. Damit sollen vor allem Schulen - wie im Konjunkturprogramm vorgegeben - energetisch saniert werden. Große Schritte könne man mit dieser Summe aber nicht machen, meint Kaiser, der sich für das Paket generell weniger Bürokratie und dafür mehr Anreize für den privaten Wohnungsbau gewünscht hätte.

l Ostallgäu: Landrat Johann Fleschhut rechnet mit etwa zwölf bis 15 Millionen Euro aus dem Programm. «Allerdings ist noch nicht besonders viel klar», meint Fleschhut, dem «die ganze Sache auch etwas zu langsam geht».

Als wichtigste Projekte für seinen Landkreis nennt Fleschhut die energetische Sanierung der Realschulen Marktoberdorf (3,25 Mio. Euro) und Buchloe (4,95 Mio. Euro) sowie Teilbereiche aus der Gesamtsanierung des Landratsamtes in Marktoberdorf (3,76 Mio. Euro).

l Unterallgäu: 15 bis 16 Millionen Euro erwartet Landrat Hans-Joachim Weirather aus dem Konjunkturprogramm. «Darüber freuen wir uns riesig», sagt Weirather. Allerdings: «Mit einem niedrigeren Fördersatz hätten wir mehr Projekte in Angriff nehmen können.» Als vordringlichste Projekte sieht Weirather den Ausbau von Gymnasium und Realschule Ottobeuren, die Erweiterung der Realschule Babenhausen sowie die Sanierung der Berufsschule Mindelheim.

l Westallgäu: Eine genaue Summe kann Landrat Elmar Stegmann derzeit nicht nennen. Man warte ab. Auf seiner Prioritätenliste stehe die Bildung ganz oben. Großer Nachholbedarf besteht laut Stegmann an der Realschule Lindenberg, wo ein Vollwärmeschutz installiert werden soll. Des Weiteren sollen die Gymnasien in Lindenberg und Lindau saniert werden.

l Kempten: Die in Frage kommenden Vorhaben werden laut Stadtverwaltung derzeit noch erörtert. Mit der Liste der zusammengestellten Projekte sollen sich anschließend die zuständigen städtischen Gremien befassen. «Wir werden gute Projekte vorlegen können, um damit entsprechend zum Zug zu kommen», sagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer.

l Memmingen: Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger schätzt, dass die Stadt zwischen sechs und acht Millionen Euro aus dem Paket bekommt. In Memmingen sollen nach Angaben Holzingers das Strigel-Gymnasium sowie die Steinheimer und Amendinger Schule profitieren. Grundsätzlich wäre es Holzinger lieber, wenn die Kommunen freier über Mittel aus dem Paket verfügen könnten.

Geothermie für Innenstadt

l Kaufbeuren: Die kreisfreie Stadt darf laut Oberbürgermeister Stefan Bosse mit drei Millionen Euro planen. «Wir waren bezüglich der Summe anfangs optimistischer», sagt Bosse etwas enttäuscht. Die Stadt will damit vor allem die Komplettsanierung der Turnhalle der Schraderschule (400000 Euro) sowie ein Geothermie-Projekt in der Innenstadt angehen. Mit diesem sollen dann bis zu zehn kommunale Gebäude beheizt werden können.

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