Marktoberdorf
Kompromiss, der Spielraum für Verkehrslenkung schafft

Wem gehört welche Straße, wenn die Marktoberdorfer Umgehung gebaut wird? Bei dieser Frage waren die Stadt Marktoberdorf und das staatliche Bauamt in Kempten bislang uneins. Die Stadt wollte nicht den Bauunterhalt für die kompletten 9,3 Kilometer übernehmen, die bisher als Bundesstraße 16 und 472 durch die Stadt führen. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die Stadt übernimmt die Kaufbeurener Straße, die Eberle-Kögl-Straße und den nördlichen Teil der Meichelbeckstraße. Der Freistaat soll für die Verbindung über die Füssener-, Salzstraße, Mühlsteig und Brückenstraße bis zum B12-Anschluss Geisenried als Staatsstraße aufkommen.

Damit, so erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch im Bauausschuss, gingen nur 2,8 Kilometer in den Besitz der Stadt über. Statt bis zu 80000 Euro für das ganze Netz rechnet Münsch mit jährlichem Unterhaltsaufwand von 40000 Euro. Grund dafür sei vor allem die Ampelanlage an der Rauhkreuzung, die pro Jahr rund 20000 Euro im Unterhalt koste. Vorteil dieser Lösung: Die Stadt kann entlang der Kaufbeurener Straße und an der Rauhkreuzung selbst über verkehrslenkende und -beruhigende Maßnahmen entscheiden, ohne sich mit dem Staat abstimmen zu müssen.

Viele Punkte geklärt

Ehe es so weit ist, muss aber erst die Umgehung gebaut werden. Laut Münsch sind sich die Stadt und die Staatsbehörde bei einem Gespräch in vielen Punkten näher gekommen. Wenn auch die künftige Widmung der bisherigen Bundesstraßen geklärt sei, könnte aus seiner Sicht ein Planfeststellungsbeschluss (Baugenehmigung) vielleicht sogar noch in diesem Jahr erfolgen. Danach wäre der mehrjährige Bau der Umgehung - sofern keine Gerichtsverfahren angestrengt werden - vor allem eine Frage der Finanzierung.

Die Widmung des Straßennetzes muss auch der Kreistag billigen, da ein Teil zwischen Altdorfer Kreisel und B12-Auffahrt auch Kreisstraße werden soll. Danach muss das staatliche Bauamt im Gespräch mit der Obersten Baubehörde in Bayern den Kompromiss noch fixieren.

«Da steckt ein hartes Stück Arbeit drin», lobte Clara Knestel (Grüne) die «tragbare» Kompromisslösung. Dieser Meinung schlossen sich auch viele andere Redner an. Auf Nachfragen stellte Münsch zudem heraus, dass die Straßen in einem ordentlichen Zustand und die Ampeln entsprechend dem Stand der Technik übergeben werden müssen. Franz Barnsteiner (FW) betonte, dass bei dieser Lösung der Stadt der Unterhalt der Ampeln in Thalhofen und an der AOK-Kreuzung erspart bleibe. In der Sitzung wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Verantwortung der Stadt für die Kaufbeurener Straße längerfristig beispielsweise ermögliche, in Höhe des Modeons einen besseren Übergang an geeigneter Stelle zu schaffen.

Nach der Diskussion votierte der Bauausschuss einstimmig für den Kompromiss. Diesem muss nun auch noch der Stadtrat zustimmen.

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