Germaringen
Kommunalpolitiker und Frohnatur

Gottlieb Miller gehörte zu jenen Männern der ersten Stunde, die nach dem Krieg in der Gemeinde Germaringen Verantwortung übernahmen und so am Aufbau der Demokratie mitgewirkt haben. Heute wäre er 100 Jahre geworden, deshalb würdigt die Gemeinde die Verdienste des am 8. April 1993 Verstorbenen.

Miller bewirtschaftete nach dem Krieg den stattlichen «Wiedebauer-Hof». Zudem engagierte er sich als Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister in Untergermaringen. Dort galt es zunächst, viele Heimatvertriebene aufzunehmen. Es war ein Novum, als die kleine Gemeinde in den Jahren 1954/55, obwohl nur bescheidene Mittel vorhanden waren, einen Wohnblock für fünf Familien baute. Dieses Vorhaben war zunächst auf Widerstand gestoßen. Nach einer turbulenten Bürgerversammlung traten sogar der Bürgermeister und der gesamte Gemeinderat zurück. Nur der Intervention des damaligen Landrats Rid war es zu verdanken, dass der Beschluss rückgängig gemacht wurde.

Nach dem Wegzug von Gottlieb Stich übernahm Gottlieb Miller am 1. November 1955 das Amt des Ersten Bürgermeisters in Untergermaringen. Eine seiner ersten öffentlichen Amtshandlungen war ein Nachruf am Grab von Peter Dörfler, der am 10. November 1955 gestorben war und in München beigesetzt wurde.

«In den 17 Jahren seiner Amtszeit hat Miller mit großer Umsicht und Tatkraft die gemeindlichen Aufgaben wahrgenommen», schreibt die Gemeinde Germaringen in einer Pressemitteilung. So wurden die Ortsentwässerung und der Straßenbau vorangetrieben, ein neues Schulhaus gebaut und die Wasserversorgung geregelt.

Nach der Zusammenlegung der beiden Orte Obergermaringen und Untergermaringen zu einer Gemeinde wurde Miller Zweiter Bürgermeister. Für seine großen Verdienste zeichnete ihn die Bayerische Staatsregierung 1977 mit der kommunalen Verdienstmedaille aus. Im August 1989 wurde Gottlieb Miller - inzwischen Altbürgermeister - von der Gemeinde Germaringen anlässlich seines 80. Geburtstages die Ehrenbürgerwürde verliehen. «Miller ist uns als geselliger Mensch und Frohnatur in guter Erinnerung. Ein Mensch, der nach getaner Arbeit in gemütlicher Runde stets zu einem Spaß aufgelegt war», schreibt die Gemeinde heute.

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