Feier
Kolping Kaufbeuren feiert doppeltes Jubiläum

Gleich einen doppelten Geburtstag hatte Kolping Kaufbeuren zu feiern: 60 Jahre Kolpinghaus Kaufbeuren und 40 Jahre Kolping-Bildungswerk Kaufbeuren. Deshalb gab es im Kolpinghaus einen Tag der offenen Tür mit einem umfangreichen Programm, an dem viele Interessierte teilnahmen. So manche Erwachsene und Jugendliche gerieten bei den Führungen durch das Haus mit seinen verschiedensten Lehrwerkstätten in Erstaunen. Die kleinen Gäste favorisierten dagegen in erster Linie das Spielangebot - allen voran eine Eisenbahn für Kinder.

Gottesdienst im Freien

Begonnen wurde der feierliche Tag mit einem Gottesdienst, den der Kaufbeurer Kolpingsfamilienpräses Adolf Nießner mit dem Augsburger Diözesanpräses Alfons Zeller unter freiem Himmel vor dem Kolpingshaus abhielt. «Dieser Gottesdienst soll auch die Wertigkeit von Kolping verdeutlichen», so der Leiter des Bildungszentrums Kaufbeuren, Gerd Kirsch. Mittlerweile nutzen jährlich etwa 3000 Teilnehmer die angebotenen Bildungsangebote. «Im Bereich der Sprachkurse sind wir sogar Marktführer», erklärt Kirsch. Erwirtschaftete Einnahmen werden dann wieder im Sinne der Bildungsnehmer eingesetzt: Für Aus- und Erneuerungsarbeiten in der Bildungsstätte, aber auch für in Not geratene Teilnehmer. Wichtig seien zudem menschliche und soziale Aspekte der Einrichtung.

Des Weiteren gibt es eine vor 30 Jahren gegründete Übungsfirma. Dort werden angehende Kaufleute aus den Bereichen Büro, Industrie, Lager und Logistik sowie ab Herbst auch Speditionskaufleute geschult. «Das Niveau, das auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist, wird immer höher», berichtet Leiter Reiner Strobel. Neben Umschülern nutzen auch viele Reha-Schüler dieses Bildungsangebot. Derzeit sind es insgesamt 45. Für alle gelte: «Der Mensch steht bei uns im Vordergrund, er wird mit all seinen Problemen aufgefangen», so Strobel.

Die Krabbelgruppe etwa ermöglicht jungen Müttern, das Kolpingangebot wahrzunehmen. «Dank ihr kann ich doch noch meinen Traumberuf lernen», freut sich beispielsweise eine 19-jährige Ostallgäuerin. Ihre einjährige Tochter wird in der Kinderbetreuung beaufsichtigt, während die Mutter im Hauswirtschaftsbereich die Schulbank drückt.

Die soziale Betreuung zählt zu den Standbeinen der Kaufbeurer Einrichtung. Um diese professionell umzusetzen, gibt es ein eigenes Büro.

Beeindruckte Besucher

Für viele beeindruckte Besucher bei der Hausführung sorgten auch die Stopps in den «lebenden Werkstätten», in denen die Schüler ihre Aktivitäten demonstrierten. Das dazugehörige Marienheim, ein Wohnheim mit weiteren integrierten Werkstätten, zeigte das Geschick der Schüler besonders deutlich, denn viele Sanierungsarbeiten an den Gebäuden übernehmen sie selbst. Die Jubiläumsveranstaltung hinterließ zahlreiche beeindruckte Besucher. «Wir wohnen jetzt schon solange hier, aber was hier alles gemacht wird, habe ich gar nicht gewusst», brachte es eine Besucherin auf den Punkt.

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