Konzert
Kofelgschroa aus Oberammergau begeistern im Lindenberger Hirsch

Gedimmtes Licht und das Flackern von Kerzen erzeugen eine vorweihnachtliche, fast festliche Stimmung im 'Wohnzimmer' des Lindenberger Gasthauses 'Hirsch'. Das Publikum hat es sich auf den großen Sofas bequem gemacht. Auf der Bühne stehen vier junge Männer, Mitte zwanzig.

Sie spielen jetzt ein 'Schlaflied'. 'Friana oder spater braucht a jeder Mensch sein Schlof, die meisten Leut nehm si Zeit dafür und a paar holn’s auf im Grab', schallt es durch den Raum.

'Kofelgschroa' – so nennt sich die Band, bestehend aus den vier Oberammergauern Matthias Meichelböck, Martin und Michael von Mücke und Maxi Pongratz.

Charmant und bissig zugleich

Nicht nur ihre Texte sind verschroben, charmant und zugleich bissig; auch ihre Musik ist eigen, mitreißend und anders. Ausgestattet mit für Volksmusik recht typischen Instrumenten singen sie in urigem, knarzigem Bayerisch von Wäsche, die trocknet oder von ihrer Heimat Oberammergau.

Sie wiederholen die einzelnen Elemente endlos, fast rauschhaft, wechseln oft den Takt und versuchen dadurch Gefühle wie Freude und Leid, Melancholie und Traurigkeit zu vereinen und den Zuhörern zu vermitteln.

Rund 60 Gäste hat das Quartett am vergangenen Freitag in den 'Hirsch' nach Lindenberg gelockt, wo sie das Publikum für gute zwei Stunden mit ihrer einzigartigen Musik und ihrem bodenständigen, ehrlichen Sound begeisterten. 'Die Jungs haben es voll drauf', fand Alex Paulus, der mit seiner Familie aus Landsberg in den Buchloer Stadtteil gekommen war.

'Das sind sehr gute Musiker, jeder beherrscht sein Instrument und die Texte ihrer Lieder sind sehr hintergründig und regen zum Nachdenken an', meinte der 42-Jährige. Die Band habe er schon vorher gekannt, über das Radio und durch einen Auftritt im Landsberger Stadttheater. 'Kofelgschroa schafft auch in größeren Konzerthäusern eine super Atmosphäre', sagte Paulus.

Der Hausberg stand Pate

Benannt nach dem Hausberg von Oberammergau, dem 'Kofel', spielen die vier jungen Männer seit 2007 zusammen.

Der Zusatz 'gschroa' steht ihrer Ansicht nach für ihre 'schizophrene Heimatverbundenheit', nicht für Geschrei oder Lärm, was man zunächst annehmen könnte.

Versunken in Melodien und Texte

Laut sind sie zwar, wenn sie das Tenorhorn, die Helikontuba, das Flügelhorn und das Akkordeon spielen – aber nie ohne Poesie. Alle vier haben beim Musizieren stets die Augen geschlossen und wirken versunken in ihren eigenen Melodien und Liedtexte. Sie lieben es, belauscht zu werden.

Und doch waren sie überrascht von der Atmosphäre, die sie im Lindenberger 'Hirsch' schufen. 'Ganz schön andächtig hier, unglaublich.'

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