Allgäu
«Können leider nicht helfen»

Nachgefragt Joachim Vobbe, Bischof der alt-katholischen Kirche, Bistum Deutschland Am 31. Januar 2010 müssen die Mönche der Zisterzienserabtei St. Severin aus ihrem Kloster in Leinau ausziehen, da ihnen der neue Besitzer gekündigt hat. Wie ist der Stand der Dinge?

Bischof Vobbe: Von der Tatsache, dass die Mönche (entgegen der ursprünglichen Erwartung) sich nun doch eine andere Bleibe suchen müssen, habe ich erst auf Umwegen erfahren: Einmal vom Schweizer Bischof, da der Orden in der Schweiz offensichtlich ein leer stehendes Kloster erwerben wollte, und zum anderen von einem Pfarrer unseres Bistums. Der Orden - vertreten durch Abt Klaus Schlapps - agiert auf diesem Gebiet sehr selbstständig. Vom Orden selbst wurden wir auf die neue schwierige Situation erst im November oder Dezember 2009 aufmerksam gemacht durch eine E-Mail, die an alle Pfarrämter ging. Einen speziellen Antrag des Ordens an den Bischof oder unsere gewählte Kirchenleitung, die Synodalvertretung, hat es nie gegeben.

Seit 2004 ist der Orden Mitglied des Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Wie kann das Bistum dem Orden helfen?

Bischof Vobbe: Das Bistum kann dem Orden in der konkreten Situation leider nicht helfen, weil es über keine leer stehenden Immobilien verfügt. Auf das Eigentum der Gemeinden hat es keinen Zugriff.

Sind Aufnahmen von Orden üblich und welchen Sinn macht das?

Bischof Vobbe: In unserem Bistum hat es über 100 Jahre eine Schwesternschaft gegeben, die sich vornehmlich karitativen Aufgaben widmete. Zur Zeit gibt es Ansätze zu einem Ordensleben in Aachen. Grundsätzlich sind Orden in unserem Bistum willkommen, solange ihre Satzungen mit unserem Kirchenrecht und den liturgischen Regeln unseres Bistums übereinstimmen. Orden haben - wie in der römisch-katholischen oder evangelischen Kirche auch - verschiedene Schwerpunkte.

Diese können mehr karitativen oder kontemplativen Charakter haben. Darüber entscheiden sie selber. Orden haben in der Gesellschaft wichtige Funktionen: Sie eröffnen Räume der Stille oder machen auf soziale Probleme aufmerksam und kümmern sich darum.

Was passiert, wenn der Orden bis Ende Januar keine neue Bleibe findet?

Bischof Vobbe: Das weiß ich auch nicht.

Sie selbst werden im März Ihr Amt abgeben. Wer wird Ihr Nachfolger und was werden sie dann machen?

Bischof Vobbe: Mein Nachfolger ist bereits von der Synode gewählt: Dr. Matthias Ring, bisher Pfarrer in Regensburg. Mit seiner Bischofsweihe am 20. März in Karlsruhe tritt er die Leitung des Bistums an. Für mich gibt es sicher im Bistum noch genug zu tun. Außerdem habe ich einige Hobbys, denen ich mich in den vergangenen 15 Jahren nicht widmen konnte. (fro)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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