Kempten
Klinikum steckt weiter in den roten Zahlen

Kritische Töne schlugen am Donnerstagabend manche Stadträte an. Die jeweiligen Verantwortlichen der Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, stellten ihre Zahlen für 2008 vor - und da waren auch einige rote dabei. Ein Minus von 1,9 Millionen Euro machte beispielsweise das Klinikum Kempten-Oberallgäu, das obendrein gegen ein negatives Image kämpft.

Von einem «stürmischen Jahr 2008» sprach Petra Zarbock, die den erkrankten Geschäftsführer Michael Schuler vertrat. Und 2009 werde der Verlust voraussichtlich nicht viel geringer ausfallen. Energiekosten, Tariferhöhung, teureren medizinischen Sachbedarf führte die Personal-Chefin als Kostentreiber an.

Man unternehme aber bereits vieles um gegenzusteuern, versicherte Zarbock. Bildung von Zentren, Traumanetzwerk, zentrales Belegungsmanagement, Mitarbeiter-Schulungen nannte sie als Beispiele. «Einen heftigen Kampf zwischen den einzelnen Bereichen» habe es gegeben, als interdisziplinäre Bereitschaftsdienste eingeführt wurden, um zu sparen. Eine Wiederbesetzungssperre wurde 2008 für ein halbes Jahr verfügt. Eine Sperre gelte auch derzeit. Heuer versuche man zusätzlich Kosten zu senken, indem Strahlentherapie und Labor ausgegliedert werden.

Dialog mit den Ärzten

Um Verbesserungen für die Patienten zu erreichen, strebe man einen intensiveren Dialog mit den niedergelassenen Ärzten an. Die «Einweiser» sollen der Klinik Hinweise auf Defizite geben. So solle auch das Ansehen der medizinischen Versorgung bei den Bürgern gesteigert werden. Ein ambulanter Palliativdienst soll aufgebaut werden. Und in der Pflege wolle man Wund- und Stomaexperten einführen.

Den Sparkurs beim Personal fanden einige Räte zu heftig. Elisabeth Brock (Frauenliste) sah viele Pflegemitarbeiter ohnehin «überlastet, frustriert, verbittert». Und für die Notaufnahme wünschte sie sich hoch spezialisierte Kräfte, keine interdisziplinären Lösungen. Auch Dr. Dominik Spitzer (FDP) kritisierte den Einstellungsstopp: «Wir brauchen Personal, um die Bevölkerung gut zu versorgen.»

Ob eine besonders hohe Quote an Abmahnungen gegenüber der Ärzteschaft ausgesprochen wurde, wollte Michael Hofer (UB/ÖDP) wissen: «Das Klima soll nicht das beste sein.» Doch Zarbock konnte in diesem Bereich kein Indiz für eine belastete Atmosphäre erkennen. Sechs Abmahnungen im Jahr seien bei der Zahl der Beschäftigten «ganz normal im Arbeitsrecht.»

Nicht unter den Einstellungsstopp fällt übrigens die Chefarztstelle in der Urologie. «Die wird regulär im Februar neu besetzt, wir haben dafür hochrangige Bewerber in der Auswahl», versicherte Zarbock. An technischen Neuerungen soll im Frühjahr ein Kernspintomograph in Betrieb gehen.

Weitere Berichte zur Entwicklung städtischer Beteiligungen auf Seite 41

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