Kliniken
Klinikpersonal akzeptiert keine Gehaltskürzungen

Die Beschäftigten in den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren wollen keinesfalls auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Das ist der Tenor einer Personalversammlung, an der rund 500 der etwa 1600 Beschäftigten des Kommunalunternehmens (KU) teilnahmen. Die Arbeitnehmervertretung hat nun in einem Schreiben den Verwaltungsrat des KU dazu aufgefordert, von seinem Wunsch nach Gehaltskürzungen Abstand zu nehmen. Der Verwaltungsratsvorsitzende, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, möchte in dem Gremium vorschlagen, dass die Kürzungspläne vorerst zumindest 'ausgesetzt werden'.

Wie berichtet, sollten die Mitarbeiter des defizitär wirtschaftenden Klinikverbundes mit Hilfe einer so genannten Zukunftssicherungsvereinbarung einen Beitrag zur Sanierung leisten – und zwar mit Gehaltseinbußen zwischen einem und sechs Prozent über einen Zeitraum von zwei oder drei Jahren.

Im Gegenzug würde zugesichert, dass die Krankenhäuser in Buchloe und Obergünzburg bis 2017 in ihrem Bestand gesichert sind. Doch die Gehaltskürzung können weder der Verwaltungsrat noch der Vorstandsvorsitzende der Kliniken einfach verfügen. Sie muss mit den Gewerkschaften ausgehandelt und von den Mitarbeitern verabschiedet werden.

Versammlung im Modeon

Wie der Personalratsvorsitzende Wolfgang Kurschus betonte, gebe es aber absehbar keine Zustimmung des Personals in dieser Sache. Es fehle jegliches Verständnis dafür, dass nun die Mitarbeiter für Fehler in der Unternehmensführung bezahlen sollten.

Das sei bei der Personalversammlung der Kliniken im Marktoberdorfer Modeon klar herausgekommen. Dem Personalrat sei aus dieser Versammlung heraus der Auftrag erteilt worden, einen entsprechenden Brief an Bosse zu verfassen.

Tagesordnung steht schon fest

Dieser führte gestern gegenüber unserer Zeitung aus, dass bei der am kommenden Freitag außertourlich anberaumten Verwaltungsratssitzung formal kein Beschluss möglich sei, die Sache zurückzuziehen – denn die Tagesordnung sei bereits verschickt gewesen, bevor das Schreiben von Kurschus einging.

Grund der außertourlichen Zusammenkunft ist aktuell das erwartete neun Millionen Euro hohe Defizit für das Jahr 2012. Bosse zeigte sich aber sicher, dass der Verwaltungsrat 'die Aussagen von Kurschus mit großem Respekt zur Kenntnis' nehmen werde.

Bosse betont zudem, dass das Angebot einer Zukunftssicherungsvereinbarung mehrmals von Gewerkschaftsseite an die Kliniken herangetragen worden sei. Angesichts der aktuellen Defizitprognosen sei es nun aber ohnehin fraglich, ob der verkündete Sanierungsplan für die Kliniken noch Bestand hat.

Doch darüber könne erst bei der Novembersitzung des Verwaltungsrates entschieden werden. Wegen dieser neuen Entwicklung will Bosse am Freitag im Gremium anregen, das Verfahren zum Abschluss einer Zukunftssicherungsvereinbarung mit den Beschäftigten erst einmal auszusetzen.

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