Marktoberdorf / Buchloe
Kliniken weiter im Umbruch

Sechs Millionen Euro. So hoch ist das «strukturelle Defizit» der Kliniken Ostallgäu/Kaufbeuren. Das betonte der Verwaltungsratsvorsitzende der Kliniken, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU), beim ersten gemeinsamen Neujahrsempfang des Klinikenverbundes in Marktoberdorf.

Natürlich könne man alles schön rechnen, dann komme ein Defizit von nur drei Millionen Euro heraus - oder alles Problematische hineinrechnen, dann entstehe ein Minus von neun Millionen Euro, wie es der Interimsvorstandsvorsitzende Karl Spindler seinerzeit getan habe. «Doch im Kern bleibt ein Defizit von etwa sechs Millionen.»

Dieses müsse nun beseitigt werden. Ein Weg dahin ist eine immer weitergehende Zusammenarbeit der fünf Standorte Kaufbeuren, Marktoberdorf, Füssen, Buchloe und Obergünzburg. «Hier waren wir schon unserer Zeit voraus», so Bosse. Denn wie der Blick ins Ober- und Unterallgäu zeige, gebe es immer mehr Kooperationen zwischen Kliniken.

Lob für Engagement

«Wir müssen künftig noch mehr arbeitsteilig vorgehen», betonte Bosse. Auf Dauer könne man nicht überall das Gleiche bieten. Aber für jeden Standort gebe es eine sichere und gute Perspektive, das wolle man bald transparent darstellen. Er legte zudem wert auf die Feststellung, dass die Klinik-Mitarbeiter keine «Defizitbringer» seien. Er lobte sie statt dessen für ihr Engagement. Dr. Susanne Schlichtner, seit Sommer 2009 Vorstandsvorsitzende des Klinikenverbundes, wies darauf hin, dass das lang erwartete medizinische Gesamtkonzept Ende März 2010 dem Verwaltungsrat vorgelegt werden soll. Darin wird letztlich definiert wird, welches Krankenhaus künftig welche Abteilungen beherbergt. In den Bereichen wirtschaftliche Konsolidierung sowie Organisation und Struktur gebe es noch einiges zu tun.

Patienten bis aus Teneriffa

Baulich werde derzeit viel investiert: 36 Millionen Euro in Kaufbeuren, 22 Millionen Euro in Füssen. Der Klinikenverbund biete viele renommierte Ärzte. Als Beispiele hob Schlichtner die Kardiologen Dr. Marcus Koller (Kaufbeuren), Dr. Martin Hinterseer (Füssen) - oder die Expertin für Wundheilung, Dr. Michaela Knestele (Marktoberdorf), hervor, zu der Patienten bis aus Teneriffa oder vom Gardasee kämen. Die Kliniken böten einen medizinischen Standard, wie er zum Teil in Universitätskrankenhäusern zu finden sei.

Landrat Johann Fleschhut (Freie Wähler), stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, betonte, dass sich Stadt und Landkreis bewusst gegen eine Privatisierung der Kliniken entschieden hätten. «Wir machen das weiter in öffentlicher Trägerschaft.»

An dem Neujahrsempfang der Kliniken nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medizin (darunter viele niedergelassene Ärzte) teil. Chefärzte aus den Kliniken - wie Dr. Rudolf Wörmann (Buchloe) oder Dr. Wolfgang Beinborn nebst Sohn Niclas - boten Musik, zudem tanzten Kinder der Tanzschule Palamar.

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