Kaufbeuren / Marktoberdorf
Kliniken-Defizit höher als geplant

Die fünf Krankenhäuser im Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren verschlingen immer mehr Geld. Allein für das Jahr 2008 rechnen die Verantwortlichen des Kommunalunternehmens nun mit 9,3 statt der erwarteten acht Millionen Euro Miese. Diese Hiobsbotschaft verkündeten Landrat Johann Fleschhut, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kliniken Ostallgäu/Kaufbeuren, und sein Stellvertreter, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, den Verwaltungsräten bei einer eilig einberufenen Informationssitzung im Kaufbeurer Rathaus.

Teuer für Stadt und Landkreis

Stadt und Landkreis müssen je die Hälfte des Defizits berappen - und das bei gleichzeitig wegen der Wirtschaftskrise sinkenden Steuereinnahmen. Dabei hatte das Kommunalunternehmen Mitte 2008 mit Karl Spindler einen Interimsmanager bestellt, der die roten Zahlen schnell in den Griff bekommen sollte. Spindler war seinerzeit berufen worden, weil man sich von seinem Vorgänger - unter anderem wegen Spekulationsgeschäften mit Klinikgeldern - fristlos getrennt hatte (wir berichteten mehrfach).

Keine Schuldzuweisung

Gestern musste Fleschhut schweren Herzens wieder mit einer schlechten Nachricht an die Öffentlichkeit treten. War Spindler vielleicht doch nicht der richtige Mann? Der Landrat will niemandem die Schuld zuweisen. Der Interimsmanager habe in den rund fünf Monaten des Jahres 2008 das ganze Ruder für die Krankenhäuser in Kaufbeuren, Füssen, Marktoberdorf, Obergünzburg und Buchloe nicht mehr herumreißen können. «Das alte Management hat früher von oben herunter die Planung gemacht - ohne die Abteilungsleiter zu fragen, wie ihr wirklicher Finanzbedarf aussieht», sagt Spindler selbst. Das Ergebnis: Die geplanten Kosten stimmten nicht mit den tatsächlichen überein. Er habe deshalb inzwischen eine Doppelschätzung eingeführt: Der Controller plane von oben, die Abteilungsleiter gäben unabhängig davon ihre Schätzungen ab.

«Beide Werte nähern sich für 2009 einem Betrag von 5,5 Millionen Euro Defizit an. Das ist immer noch zu hoch. Aber es ist das, was ich von Anfang an für 2009 geplant habe», so der Manager weiter. Insofern hält er seine These aufrecht, dass die Kliniken in drei Jahren eine schwarze Null schreiben könnten - zumal die Fallzahlen immer weiter stiegen. Um mehr als 1600 im Jahr 2009 auf rund 33000. Spindler sieht die Kliniken auf einem guten Weg. Die Verantwortung übernimmt am kommenden Montag seine Nachfolgerin Dr. Susanne Schlichtner. Sie hatte im Mai betont, dass sie bislang «jedes Defizit in den Griff» bekommen habe. Spindlers Engagement in der Region soll wahrscheinlich im Oktober enden, so Fleschhut.

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