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Klinik rechnet mit mehr Patienten

Finanziell sei der Abwärtstrend im Kemptener Krankenhaus gestoppt. Dies verkündeten dieser Tage wie berichtet Geschäftsführer Andreas Ruland und die Aufsichtsratsspitze, OB Dr. Ulrich Netzer (Vorsitzender) und Landrat Gebhard Kaiser (Stellvertreter). Denn die Patientenzahlen seien gestiegen. Mehr Leistungen konnten abgerechnet werden, der Personalaufwand habe sich reduziert.

l Was bedeutet das für Mitarbeiter und Patienten? Oberste Priorität hat laut Netzer: «In Medizin und Pflege muss die Qualität stimmen.» So sieht das auch Klinikverbunds-Chef Ruland. Bei der Senkung der Personalkosten habe sich beispielsweise die Auslagerung von Labor und Strahlentherapie ausgewirkt. Hier weiter zu reduzieren sei auch 2011 geplant. Betriebliche Kündigungen aber werde es auf keinen Fall geben. Vielmehr lege man das Augenmerk auf auslaufende Verträge - und zwar in allen Bereichen.

l Wie sieht es in der Pflege aus? Die Zahl von momentan 300 Vollkräften in der Pflege und elf Pflegehelfern werde sich «nicht mehr groß weiter entwickeln», so Ruland. Es werde weiterhin «überwiegend examinierte Pflegekräfte geben».

l Wie sind die Aussichten 2011? Auch nächstes Jahr rechnet die Klinikleitung mit mehr Patienten und Leistungen - vor allem bei der Herz- und Gefäßmedizin, Neuropädiatrie (Kinderneurologie), Thorax- und Gefäßchirurgie sowie bei der Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Aber auch wenn 2011 mehr Erträge (nämlich knapp ein Prozent) erwirtschaftet werden können, stehen dem erschwerte Rahmenbedingungen gegenüber. Mehrausgaben bei Personal (durch Tarifsteigerungen) und Sachkosten (neue medizinische Geräte), die eigentlich durch den sogenannten Landesbasisfallwert (der Basispreis für die einzelnen Leistungen, den jedes Bundesland aushandelt) gedeckt sind, müssen von den Kliniken selbst finanziert werden. In Bayern erhöht sich der Basispreis nur gering - damit ist auch der Erlös fürs Klinikum geringer.

Ein wenig positiv auf die Personalkosten wirkt sich in Kempten die Ausgliederung der Krankenpflegeschule in den Klinikverbund aus.

l Und wo wird investiert? Natürlich in die Einhäusigkeit. Knapp sechs Millionen Euro sind für Baumaßnahmen vorgesehen, knapp zwei Millionen fließen in Bau- und Medizintechnik, Pflegeausstattung, EDV, Haus- und Gebäudetechnik und mehr. Und fast zwei Millionen Euro muss das Klinikum trotz Fördermittel selbst finanzieren.

l Wie ist der Spagat zwischen Mehrausgaben und Einnahmen zu schaffen? «Das Patientenpotenzial voll ausschöpfen,» also auf die Einweisung von mehr Patienten setzen, betont Netzer. Dazu müsse der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten verbessert werden - was beispielsweise durch eine Informationsbroschüre in den Praxen geschehen soll.

Vernetzung, Spezialisierung, ergänzende Angebote sind für Kaiser wichtig. Und Wirtschaftlichkeit bedeute laut Klinikverbunds-Geschäftsführung ja nicht, dass jede Klinik alles vorhalten muss, sondern sei ein Kennzeichen für gute Organisation und Qualität. (be)

 

Millionen investiert das Klinikum in Baumaßnahmen. Foto: Hermann Ernst

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