Fuchstal
Klimawandel und Wildverbiss machen Bäumen zu schaffen

Unmittelbar betroffen vom Klimawandel sind die heimischen Wälder. Über diese und weitere Gefährdungen informierte Förster Ludwig Pertl Fuchstals Gemeinderäte bei ihrer alljährlichen Waldbegehung. Eindringlich forderte er die Kommunalpolitiker auf, den in der Forstpolitik eingeschlagenen Weg, nämlich die Umwandlung der Fichtenmonokulturen in gesunde Mischwälder, fortzusetzen.

Im Eichwald bei Asch konfrontierte Pertl sie mit einer Gruppe Fichten, die rettungslos vom Borkenkäfer befallen ist. «Der Käfer ist ein Schwächeparasit», erklärte er und die hier an einem sehr ungünstig Standort wachsenden Fichten seien durch den Wassermangel im Frühjahr «unter Stress» geraten. «Wir müssen deshalb hier auf einen Wald umstellen, der mit diesen Bedingungen besser zurechtkommt», meinte er weiter.

Wie dies aussehen kann, zeigte Pertl dann an einer anderen Stelle, wo man bereits mit einer Umwandlung durch Pflanzung von Laubbäumen begonnen hat. Das abfallende Laub sorge langfristig auch für die Verbesserung der Bodenqualität, beschrieb der Förster den Kreislauf.

Aufgabe der Forstwirtschaft ist die regelmäßige Pflege der Jungbestände, um sie «fit und stabil zu machen», so der Experte weiter. Das Fällen der zu dicht stehenden Bäume dürfe allerdings nicht auf einen Schlag sondern nur schrittweise im Abstand von etwa fünf Jahren erfolgen. Diese Maßnahme wird mittlerweile auch vom Staat mit 400 Euro je Hektar gefördert, freute sich Ludwig Pertl - vorausgesetzt, dass sie fachgerecht ausgeführt wird und ein Anteil an Laubholz von 30 Prozent gewährleistet ist.

Sogar mit 1000 Euro je Hektar bezuschusst der Staat die Naturverjüngung, die langfristig mehr Erfolg verspricht, da der aus dem Samen wachsende Schössling wesentlich stabiler ist als der aus der Baumschule.

Allerdings zwinge der starke Wildverbiss häufig dazu, diese natürlichen Prozess innerhalb von Zäunen ablaufen zu lassen, was einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeutet.

«Die Tiere gehören zum Wald dazu», wies Pertl ausdrücklich hin. Doch hier gehe es um das «Überleben» der Wälder und deshalb müssten die Jäger einfach «mehr Dampf machen». Die Fuchstaler Jagdpächter seien in dieser Hinsicht sehr aufgeschlossen und gesprächsbereit, stellte Bürgermeister Erwin Karg fest.

Beklagt wurde von Förster Pertl auch der geringe Stellenwert, den das Holz als Energieträger besitzt, was sich in dem starken Preissturz Ende letzten Jahres widerspiegelte. «Wir könnten unseren Landkreis vom Energie- und Nahrungsbedarf her autark machen», warb Pertl für regionale Konzepte, wie es sie unter anderem in Kaufering gibt.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen