Klimawandel
Klimawandel: Meteorologe und TV-Moderator Sven Plöger bei Kommunalforum

Ja, es gibt einen Klimawandel – und der Mensch trägt durch die Nutzung fossiler Energiequellen seinen Teil dazu bei. Daher müssen wir weltweit weg von der Nutzung fossiler Brennstoffe und hin zu erneuerbaren Energien: So lässt sich der Kern von Sven Plögers Vortrag beschreiben, den er an diesem Vormittag beim 7. Kommunalforum der Sparkasse in Memmingen hält, zu dem unter anderem Bürgermeister aus der Region gekommen sind. Allerdings bringt der aus dem Fernsehen bekannte Meteorologe seine Botschaft nicht mit erhobenem Zeigefinger rüber, sondern mit unterhaltsamen und klaren Worten. Er spricht auch nicht von einer "Klimakatastrophe". Vielmehr sei der Klimawandel "ein Frühwarnsystem unseres Planeten, damit wir jetzt mit dem Energiewandel anfangen".

Hagel als Hexenwerk

Zu Beginn seines Referats macht der 44-Jährige deutlich, dass es in Deutschland schon immer extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen oder Trockenperioden gegeben habe. Als amüsantes Beispiel nennt er eine schriftliche Aufzeichnung eines großen Hagelsturms anno 1445. Damals sei die 'Schuldfrage' schnell geklärt gewesen. Man klagte kurzerhand ein paar Frauen der Hexerei an und verbrannte sie. 'Da hat sich die Welt bis heute doch zum Besseren gewandelt', merkt Plöger trocken an.

Ein Klimawandel lasse sich letztlich aber nicht an einzelnen Wetterkapriolen ablesen, sondern an nüchternen Statistiken. Und diese besagen laut dem Meteorologen, dass es seit dem Jahr 1880 weltweit um 0,8 Grad wärmer geworden ist. Das klinge zwar nach wenig.

Aber wenn man sich vor Augen führe, dass seit der letzten Eiszeit vor 11 000 Jahren die Temperatur um etwas mehr als vier Grad gestiegen ist, und für die nächsten 100 Jahre ein weiterer Temperaturanstieg von gut zwei Grad vorausgesagt wird, werde eines deutlich: Es gab schon immer große Temperaturschwankungen auf unserer Welt – aber die Geschwindigkeit hat deutlich zugenommen. Mitverantwortlich dafür ist nach Plögers Worten der vermehrte Ausstoß von Treibausgasen wie Kohlendioxid (CO2) durch die Nutzung fossiler Brennstoffe.

So würden jährlich rund 33 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Um dies entscheidend zu ändern, müsse die Politik Gesetze erlassen, laut denen für die Verschmutzung der Atmosphäre Geld zu bezahlen ist. Bislang würde damit nur Geld verdient. 'Wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen', fordert Plöger, 'sonst sind alle anderen Bemühungen umsonst'.

Gleichwohl gibt der Wettermann seinen Zuhörern noch Energiespartipps mit auf den Weg: 'Lassen Sie keine Geräte im Standby-Betrieb laufen, benutzen sie wenn möglich keine Wäschetrockner und kaufen sie sich keine großen Geländewagen.' Denn letztere würden nicht nur viel zu viel Sprit verbrauchen, sondern seien in unseren Breitengraden auch völlig nutzlos.

Schließlich würden auf unseren Autobahnen nicht urplötzlich gewaltige Erdhügel auftauchen. Und auch die Zahl der Flussdurchquerungen halte sich dank zahlreicher Brücken in überschaubaren Grenzen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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