Wetter
Klimawandel führt nach Expertenmeinung zu mehr extremen Witterungsabschnitten

Zu mild und viel zu trocken. So ist das Wetter seit Mitte Januar. «So lange Trockenperioden sind selten», sagt Christof Schmidhuber von der Station Oberstdorf des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dort fielen im Januar 2010 nur 62 Prozent des sonst üblichen durchschnittlichen Niederschlags. Im Februar waren es nur 30 Prozent des langjährigen Mittels. Und im März wurde an der Station bisher überhaupt noch kein Niederschlag registriert. Diese Beobachtungen passen zu den vorhergesagten Veränderungen des Wetters durch den Klimawandel. Ein regionales Modell für Bayern geht davon aus, dass die Wetterextreme zunehmen - vor allem Dürre- und Hitzeperioden sowie niederschlagsreiche Witterungsabschnitte. Die Folgen der gegenwärtigen Trockenheit im Überblick:

Wasserwirtschaft

Die Pegel der Gewässer sind zwar sehr niedrig, aber bisher gibt es laut Wasserwirtschaftsamt in Kempten noch keine akuten Probleme. Uwe Lambacher, bei der Fachbehörde für das Pegelwesen zuständig, sieht aber in den vergangenen Jahren einen Trend zu extremeren Witterungsphasen - entweder ungewöhnlich lange trocken oder aber sehr niederschlagsreich. Lambacher: Es fällt schon auf, dass sich die Jahressummen insgesamt nicht verändern, die Extreme aber zunehmen.» In diesem Zusammenhang erinnert er an das große Hochwasser im August 2005, dem im folgenden Winter eine lang anhaltende Trockenheit mit einem Rekord-Niedrigpegel beispielsweise des Bodensees folgte. Für Lambacher liegt es auf der Hand, dass diese «Verextremisierung» mit dem Klimawandel zu tun hat. Dies wird auch im Landesamt für Umweltschutz so gesehen.

Der meteorologische Winter von Dezember bis einschließlich Februar war in Kempten übrigens unterm Strich 0,7 Grad zu warm, meldet wetter-allgaeu.de

Niedrigwasser-Informationsdienst

Angesichts zunehmender Trockenperioden hat das bayerische Landesamt für Umweltschutz vor etwa zwei Jahren einen speziellen Niedrigwasser-Informationsdienst eingerichtet. Dieser sei, so Uwe Lambacher vom Wasserwirtschaftsamt, das Pendant zum Hochwassernachrichtendienst.

im Internet:

Waldbrandgefahr

Vor einer erheblichen Waldbrandgefahr in Südbayern warnt das bayerische Landwirtschaftsministerium. Waldbrände könnten vor allem für den Schutzwald im Allgäu verheerende Folgen haben, warnt Klaus Dinser vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Kempten/Oberallgäu.

Forstwirtschaft

Auf das Wachstum der Bäume habe die Trockenheit derzeit noch keine Auswirkung, sagt Dinser. Erst wenn die Vegetationsphase beginne, bräuchten Bäume mehr Wasser.

Landwirtschaft

Die Lage sei nicht besorgniserregend, sagt Helmut Mader, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Landkreis Unterallgäu. Ganz im Gegenteil: Weil die Böden trocken seien, könnten sie gut mit Traktoren befahren werden - das sei ideal für die Bodenbearbeitung. Mader: «Wenn es dann demnächst regnet, passt das schon.»

Wiegehtsweiter?

Ab Donnerstag soll es Niederschläge geben. Bei allmählich sinkenden Temperaturen könnte es dann wieder bis unter 1200 Meter schneien. Das Wochenende wird laut Meteorolgen eher kühl.

Auch für die dann folgenden Tagen seien gedämpfte Temperaturen zu erwarten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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