Kaufbeuren
Klimaschutz wird politisches Ziel

In Kempten wurde es einstimmig im Stadtrat beschlossen, in Kaufbeuren sagten 14 Lokalpolitiker Nein: Nach langer Diskussion sprach sich das Gremium damit aber doch mehrheitlich für ein umfassendes Klimaschutzkonzept in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) aus. Ein Energieteam soll das Vorhaben koordinieren.

Vor dem Hintergrund eines unaufhörlich steigenden Weltenergieverbrauchs und zu Ende gehender Ölvorräte sei es höchste Zeit, etwas zu unternehmen, so eza-Geschäftsführer Martin Sambale. Er verwies auf Fördertöpfe, die die Erstellung von Klimaschutzkonzepten bis zu 80 Prozent finanzierten. Als Handlungsfelder benannte er kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, die Stadtplanung, Mobilität, verwaltungsinterne Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Eine Energiebilanz werde den gesamten Strom- und Wärmeverbrauch der Stadt aus industrieller, gewerblicher und privater Nutzung umfassen. Etwa ein Jahr soll es dauern, um ein Konzept zu entwickeln. «Letztlich geht es um die Frage: Wo will Kaufbeuren in 15, 20 Jahren stehen?», so Sambale.

Skeptisch zeigte sich vor allem Bernhard Pohl (FW). «Wir sind nicht konzeptlos», meinte er auch mit Blick auf den Klimaschutz-Arbeitskreis und den Energiemanager, den die Stadt einstellen möchte. «Nun sollte nicht ein Konzept über all das gestülpt werden.» Die Stadt habe «bereits viel auf den Weg gebracht», sagte Ernst Schönhaar (CSU). «Wir reden hier auch über 47000 Euro Steuergelder.» Diese Summe kostet das Konzept, bei 80 Prozent Förderung durch das Bundesumweltministerium. Dem pflichtete sein Parteifreund Karl-Georg Bauernfeind bei. «Wir kennen unsere Leichen im Keller», sagte er. Was er damit meinte: Die Stadtverwaltung wisse sehr genau, wo es hakt, also welches kommunale Gebäude beispielsweise eine energetische Sanierung nötig habe.

Für eine enge Zusammenarbeit mit eza sprach sich Catrin Riedl-Schmied (SPD) aus. «Damit sind wir am Puls der Zeit», meinte sie. Nun gehe es darum, die Arbeit des künftigen Energiemanagers mit den eza-Plänen zu verzahnen. Auch Martin Ebert (Grüne) sah in dem Konzept eine Möglichkeit, alle bisherigen Projekte zusammenzuführen. Ebert: «eza ist ein anerkannter Partner.» Ernst Holy (KI) verwies auf die Vorbildfunktion der Stadt: «Wir wollen ein Zeichen für die Umwelt setzen.» Auch der städtische Umweltbeauftragte Gerhard Limmer (CSU) hielt es für wichtig, «die Menschen auf die Reise in die Zukunft mitzunehmen».

Oberbürgermeister Stefan Bosse, der als stellvertretender Vorsitzender der Allgäu Initiative auch die Aktion «Klimaschutz - das Allgäu handelt» mit angestoßen hatte, stellte sich klar hinter das Konzept. Im Hinblick auf die Ausbaupläne für den Reifträgerweg in Neugablonz und die B12 warnte er jedoch davor, «den Klimaschutz zu instrumentalisieren». In einer Energiebilanz und einem Konzept sieht er jedoch hohes Einsparpotenzial und «viele Impulse für die Bürger und Wirtschaft».

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