Maierhöfen
«Kleinod nicht verschandeln»

Bis weit nach Mitternacht dauerte die Diskussion rund um eine mögliche Nutzung von Windenergie in Maierhöfen. Viel Lob gab es dabei für Bürgermeister Martin Schwarz, der sich der Diskussion stelle und die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess einbinde. Aber auch Kritik musste sich Schwarz anhören. Vor allem die Auswahl der Redner an dem Abend wurde hinterfragt: «Ich habe den Abend als Werbeveranstaltung erlebt», stellte Pirmin Frisch fest und erntete dafür heftigen Applaus.

Hubert Müller hatte bereits vor einigen Wochen eine Liste mit Unterschriften von Gegnern einer Windkraftanlage an das Landratsamt geschickt und diese auch in Kopie an Schwarz übergeben. «Doch mein Einspruch wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht behandelt und nicht einmal erwähnt», monierte Müller. Schwarz darauf: «Es handelte sich um ein Schreiben ans Landratsamt». Darauf wiederum Ulrike Zeh: «Auch wenn der Einspruch nicht an die Gemeinde gerichtet war, hätte der Gemeinderat informiert werden sollen, denn es handelt sich um ein Thema in der Gemeinde.»

Gemeinderat Winfried Holzer stellte fest, dass die Mitglieder des Ratsgremiums wussten, dass eine Unterschriftenliste kursiere. «Wir haben in den letzten Wochen viel Druck, aber auch Zustimmung erfahren», so Holzer: «Wir dürfen nicht nur schimpfen, sondern müssen auch sehen, dass jeder von uns Strom will und braucht».

Ähnlich argumentierte Barbara Rau: «Für unseren Strom müssen jetzt andere Menschen mit Kraftwerken in ihrer Nachbarschaft leben. Ich finde Windräder ästhetisch. Unsere schöne Landschaft können wir nicht nutzen, wenn wir keine Energie mehr haben».

Sonja Zeh-Rudolph hingegen befand es als «eine Schande, wenn unser Kleinod optisch verschandelt wird», woraufhin ihr Martin Schwarz entgegnete, dass er seine Allgäuer Heimat auch liebe: «Die Heimat zu bewahren ist auch unser Ziel, wir sind nicht die Landschaftsverschandler. Wir nehmen die kritischen und emotionalen Worte hier auf. Glaubt nicht, dass das an uns abprallt».

Martin Schwarz räumte in der Diskussion primär den Maierhöfener Bürgern Rederecht ein. So kam erst zum Schluss der 2. Bürgermeister der Gemeinde Günzach (Ostallgäu), Wolfgang Denlöffel, zu Wort: «Ich muss morgens und abends den Schattenwurf von Windrädern ertragen. Es nervt, ist aber zu ertragen. Nicht zu unterschätzen ist der Lärmpegel. Trotz einer Entfernung von 700 Metern muss ich bei Ostwind die Fenster schließen, um schlafen zu können.»

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