Kleine Tiere durchkreuzen den Terminplan der Bahn

Kaufbeuren/Ostallgäu | kfr | Kammmolch und Zauneidechse zählen bei der Deutschen Bahn vermutlich nicht zu den Lieblingstieren. Denn das Unternehmen musste die Gleiserneuerung zwischen Kaufbeuren und Buchloe ins Jahr 2009 verschieben, weil es die Bedeutung des Lurches und des Reptils etwas unterschätzte. 'Der Bahn war zwar bekannt, dass die Kammmolch und Zauneidechse weger ihrer Seltenheit geschützte Tierarten sind, aber dies wurde in den Planungsunterlagen nicht hinreichend berücksichtigt', heißt es von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostallgäu.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten an der rund 20 Kilometer langen Bahnstrecke, die an mehreren Weihern vorbeiführt, heuer am 5. Mai beginnen. Doch im Februar hieß es plötzlich, dass die Gleiserneuerung erst im Jahr 2009 vonstatten gehen wird. Dabei schien das Großvorhaben der Deutschen Bahn bereits unter Dach und Fach zu sein: Die Planfeststellung war abgeschlossen, das öffentliche Anhörungsverfahren ebenfalls (siehe Infokasten). Die Regierung von Schwaben beurteilte die Pläne der Bahn Ende vergangenen Jahres grundsätzlich positiv, bat aber um Nacherhebungen im Bereich Naturschutz.

'Wegen der Umweltvorschriften haben wir die Pläne noch einmal neu überarbeiten müssen', sagt Franz Lindemair, Pressesprecher der Bahn. Auch die öffentliche Anhörung musste wiederholt werden. 'Und da das Ganze seine Zeit dauert, haben wird das Projekt lieber gleich um ein Jahr verschoben.'

Nach den ursprünglichen Plänen sollten die Arbeiten an den Gleisen heuer bis zum 31. Oktober andauern. 'Wenn alles funktioniert hätte, wäre dies im Jahr 2008 die größe Baumaßnahme der Bahn im gesamten Allgäu gewesen', so Lindemair. Die Personenzüge, die zwischen Kaufbeuren und Buchloe maximal 140 Stundenkilometer erreichen, sollen auf der erneuerten Bahnstrecke mit Tempo 160 rollen.

Mehrfach kritisiert

Wegen der erhöhten Lärmbelästigung - die vor allem die Gemeinde Rieden-Zellerberg beträfe - waren die Pläne der Bahn bereits öfters auf Kritik gestoßen. Dieses Thema habe bei der Verschiebung des Vorhabens aber keinerlei Rolle gespielt, wie Lindemair betont, sondern nur die Bestimmungen zum Naturschutz.

'Diese Vorschriften beruhen auf einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2006, wonach bei solchen Großvorhaben eine artenschutzrechtliche Prüfung nötig ist', erklärt Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben.

Die Bahn habe die Pläne bereits überarbeitet und nochmals öffentlich ausgelegt, die Einwendungsfrist sei aber bereits am 25. März abgelaufen.

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