Denklingen
Kleine Mädchen mit großen Tönen

Die Geige, die sie spielt, reicht ihr bestimmt vom Scheitel bis zu den Hüften. Das blonde Mädchen mit dem kurzen Rock und dem orangefarbenen Pulli ist ganz zierlich und lächelt schüchtern. Und dann legt es los, und spielt mit dieser Geige, die so groß ist wie sein ganzer Oberkörper, Stücke von Vivaldi. Die neunjährige Anna Steinmeier aus Denklingen stammt aus einer Musikerfamilie, beim Rundblick durch das Musikzimmer, in dem sie spielt, wird das klar. Im Raum stehen ein Flügel, zwei Harfen, mehrere Blockflöten, eine Gitarre, viele Notenständer und ein Xylophon.

Bei Anna und ihren sechs Geschwistern spielt die Musik mehrmals am Tag. «Ich wollte ein Instrument spielen, das man streichen oder zupfen kann», so Anna. Auch ihre elfjährige Schwester Carmen hat sich für ein Zupfinstrument entschieden. In der zweiten Klasse hat sie begonnen, Harfe zu spielen. «Ich wollte etwas Außergewöhnliches lernen», sagt Carmen. Neben Harfe und Geige beherrschen die beiden auch noch die Blockflöten. Und die jüngeren Schwestern Sarah und Esther versuchen bereits, in die Fußstapfen der Geschwister zu treten. Bei sieben Kindern, einer Klavierpädagogin als Mutter und mehr als fünf verschiedenen Instrumenten wird es bei den Steinmeiers manchmal eng im Musikzimmer. «Ab und zu muss schon mal einer ausweichen», so Mutter Eva Kölzcze.

Sie sei froh, dass die Familie im eigenen Haus Platz für ein Musikzimmer habe, in einer Mietwohnung wäre es deutlich schwieriger. «Aber ich denke, irgendwann wird die Zeit kommen, wo's zu eng wird und es nicht mehr geht.» Ihr Mann sei die ständige Musik im Haushalt gewöhnt. Sein Büro befindet sich ein Stockwerk tiefer. Und auch das jüngste Familienmitglied, den einjährigen Gabriel, scheint die Musik zu beruhigen. Während Carmen den Raum mit den Klängen ihrer Harfe erhellt, schläft das Baby ruhig im Bettchen in seinem Zimmer. «Je nach Kondition üben die Kinder bis zu einer Stunde am Tag», so die Mutter. Für sie sei es ganz normal, dass bei Kindern aus Musikerfamilien die Chancen größer sind, ebenfalls Instrumente zu spielen. Ob die Musik die Kinder später auch im Berufsleben begleiten wird, wisse sie allerdings noch nicht.

«Ich könnte mir schon vorstellen, Musiklehrerin zu werden», sagt Carmen, und strahlt. Bei ihrem älteren Bruder Leon ist das anders. Er spiele zwar auch seit mehreren Jahren Gitarre, ein Musiker wird er laut seiner Mutter allerdings eher nicht.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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