Baisweil
«Klein-Agasee» könnte an der Lauchdorfer Säge entstehen

Biotop und Badesee - der vorhandene und der zukünftige Kiesabbau in Baisweil könnte der Gemeinde neue Perspektiven eröffnen. Voraussetzung allerdings ist, dass der vom Gemeinderat bewilligte Kiesabbau auch die gewünschten Ergebnisse bringt.

Bereits seit 1993 wird in einer Kiesgrube oberhalb von Lauchdorf in Richtung Warmisried Kies abgebaut. Nachdem der Gemeinderat 2005 einer Verlängerung bis 2010 zustimmte, brachte der Nutzer das Thema jetzt wieder auf die Tagesordnung: Um nämlich die Verfüllung und Rekultivierung nach der Ausbeutung zu ermöglichen, reichte er einen neuen Bauantrag ein. Dadurch würde aber die Genehmigung zum Abbau auf 2020 verlängert. Die meisten Gemeinderäte hatten dafür Verständnis: «Da nicht mehr viel Kies zum Abbauen da ist, hat er so mehr Zeit zum Verfüllen», so Ludwig Lutzenberger. Andere konnten der Argumentation aber nicht folgen. «Das hat ein Geschmäckle», meinte Dritter Bürgermeister Reinhold Heel. Das Gremium bewilligte aber den Bauantrag mit acht zu vier Stimmen.

Positiv bewertete der Gemeinderat ein Vorhaben des gleichen Unternehmers, am Ortsausgang von Lauchdorf gegenüber der Säge einen Nasskiesabbau einzurichten. Die dann entstehende Grube werde nicht verfüllt, da der Kies im dort auftretenden Wasser abgebaut wird. Nach der Ausbeutung bleibe ein Badeweiher zurück, was die Gemeinderäte begrüßten. «Den nennen wir dann Klein-Agasee», witzelte Hansjörg Echteler in Anspielung auf ein früheres Projekt in der Gemeinde. Das Gremium will die Bedingungen für den Abbau prüfen, «steht aber einer Naherholung positiv gegenüber, so Bürgermeister Thomas Steinhauser.

Zu anderen Kiesarbeiten gab es keinen Diskussionsbedarf: Thomas Heel berechnete den Kiesbedarf zur Ausbesserung der Wirtschaftswege in Baisweil auf rund 150 Kubikmeter. Vor allem der Högelweg sei sanierungsbedürftig. In Lauchdorf seien hingegen nur kleinere Maßnahmen notwendig, wofür etwa 100 Kubikmeter notwendig seien, berichtete Lutzenberger. Der Gemeinderat bewilligte deshalb die Anschaffung von 250 Kubimeter Kies für die demnächst anstehenden Arbeiten.

Bald soll sich das Gremium einige grundlegende Gedanken machen. Bürgermeister Steinhauser regte nämlich ein Leitbild für die Gemeinde an. Eine grundsätzliche Orientierung, «was wem wichtig ist», könne Prioritäten setzen, Ideen fördern oder Altlasten beseitigen. Dagegen hatte Echteler ein anderes Anliegen: «Wir sollten über Geldeinnahmen diskutieren.

» Er schlug vor, auf kommunalen Gebäuden Fotovoltaikanlagen zu installieren. Das stieß auf ein teilweise positives Echo - Hermann Specht soll nun die Möglichkeiten prüfen.

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