Kempten
«Klassische Musik ist für alle da»

Paul Potts lebt so etwas wie den amerikanischen Traum. Nur dass er es nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geschafft hat, sondern vom Handyverkäufer zu einer Mischung aus Pop- und Klassikstar. Am 18. September tritt er in der Big Box in Kempten auf.

Dass Potts angesichts des schnellen Aufstiegs nicht abgehoben ist, beweist der Brite im persönlichen Gespräch, in dem er sich sehr zurückhaltend gibt. «Ich bin nun mal schüchtern», sagt der 38-Jährige fast entschuldigend. Es werde Stück für Stück besser, aber richtig aus sich herausgehen könne er nur auf der Bühne: «Ich liebe es zu singen.» Mit seinen Auftritten könne er sich bei den Menschen bedanken, die seine Platten gekauft oder ihn auf andere Art und Weise unterstützt haben.

Deswegen will er auch immer sein Bestes geben und ist fast ein wenig stolz auf seine Nervosität vor den Auftritten. «Nur wer sich seiner Sache nicht ganz sicher ist, kann die volle Leistung bringen.»

Dieser Anspruch ist es vielleicht auch, mit dem er sich selbst manchmal unter Druck setzt und der ihm teilweise schlechte Kritiken eingebracht hat. «Seine Ausstrahlung ist ausbaufähig. Man sieht ihm die Anstrengung richtig an. Die Kunst des großen Singens ist, dass man die Anstrengung eben nicht sieht», lästerte zum Beispiel Thomas Quasthoff, Professor für Gesang an der Hochschule für Musik in Berlin.

«Ich will immer noch dazulernen und nehme regelmäßig Gesangsunterricht», reagiert Potts mit typisch britischer Zurückhaltung auf seine Kritiker.

Außerdem geht es bei ihm ja nicht nur um die Stimme, sondern darum, den Typ zu sehen, der in einem schlecht sitzenden, billigen Anzug die britische Ausgabe von «Deutschland sucht den Superstar» gewonnen hat.

Potts sieht sich auch ein wenig als Botschafter der Klassik für alle Schichten der Bevölkerung: «Für klassische Musik braucht man kein großes Einkommen oder eine besondere Erziehung.» Und der Tenor will sich auch nicht nur auf die Klassik festlegen lassen. «Die Art der Musik spielt keine entscheidende Rolle». Wichtig sei es, sie wirklich zu spüren.

Sympathische Bescheidenheit

Diese Bescheidenheit, mit der er über sich und seine Musik spricht, ist es, die ihn sympathisch macht. Dabei hilft ihm auch seine Frau. «Sie holt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.» Und sie tröstet ihn, wenn es ihm mal schlecht geht: «Jeder hat nur darüber geschrieben, dass ich mir neue Zähne machen ließ, aber wenn ich an die Schmerzen denke, bekomme ich noch heute Kopfweh.»

Umso mehr freut sich der Sänger auf seinen Auftritt im Allgäu. «Um mir die traumhafte Umgebung von Kempten anzusehen, habe ich mir schon ein Buch der Region gekauft.» Diese Möglichkeit will Potts auf jeden Fall nützen, «denn wer weiß, wann ich das nächste Mal hierher komme.»

Paul Potts tritt am Freitag, 18. September (20 Uhr), in der Big Box Allgäu in Kempten auf. Im Gepäck hat er sein zweites Album «Passione» Karten: Service-Center unserer Zeitung und unter der Telefonnummer 01805/132 132.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen