Umweltschutz
Kläranlage Ried sorgt für Ärger

Der Unterthingauer Ortsteil Ried, zwischen Oberthingau und Görisried gelegen, bekam vor mehreren Jahren eine neue Kläranlage. Laut Information von Bürgermeister Wolfgang Schramm hatte die Anlage von Anfang an Probleme mit den errechneten Reinigungswerten. Ingenieur Dieter Ammann erläuterte im Marktrat Unterthinau, dass die Behälter-Kläranlage nicht nach der Planung erstellt wurde, sondern in abgeänderter Bauweise. Auch traten technische Probleme mit der Beschickung der Behälter auf, die nicht zu beheben seien. Daher schlug er drei andere Lösungen vor.

Die günstigste Variante wäre eine Nutzung des bestehenden Ablaufs zur Wertach, so der Fachmann. Die Görisrieder Kläranlage «verkraftet» einen zusätzlichen Einleiter ohne Probleme, so Ammann, da sie vor kurzer Zeit erneuert wurde. Etwas teurer wäre es, in das gemeindliche Abwassernetz von Görisried einzuleiten. Als dritte Möglichkeit sprach Ammann eine Abwasserreinigung über die Oberthingauer Klärung an. Allerdings müsste dabei eine neue Leitung mit dreifacher Länge im Vergleich zur Görisrieder Lösung verlegt werden. Deshalb entstünden deutlich höhere Kosten als bei den anderen zwei Varianten.

«Alle Versuche gescheitert»

«Alle Versuche, die Anlage in Schuss zu bringen scheiterten kläglich», stellten Bürgermeister und Ingenieur fest. Das Wasserwirtschaftsamt fordere dringend eine korrekte Reinigung. Vor einer Pflanzenkläranlage warnte Ammann unter Hinweis auf große Flächen, die dafür vorhanden sein müssten. Außerdem benötigten solche Anlagen «eine intensive Pflege». Bei der Pflanzenklärung träten nach einiger Zeit Probleme auf. Das Verschlammen der Becken erfolge schnell, die Umwandlung in Erde benötige viel mehr Zeit als oft angenommen, und die Erde dürfe nur für wenige Zwecke verwendet werden.

«Fair gegenüber den Bürgern»

In der Diskussion tauchten Bedenken wegen einer möglichen Abhängigkeit auf. Gerade Abwasseranlagen sollte man in eigenen Händen behalten, so der Tenor. So gewann die Lösung mit einer neuen Leitung nach Oberthingau immer mehr Befürworter. Zudem wurde diese Variante als «fair gegenüber den Rieder Bürgern» bezeichnet, da diese ihre Kläranlage ja schon einmal bezahlt hätten.

In der Sitzung des Marktrats wurde noch kein Beschluss gefasst. Dieser lässt sich aber nicht mehr auf die lange Bank schieben. Noch heuer soll endgültig darüber entschieden werden.

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