Special Ostern ÜBERSICHT

Brandschutz
Kirche Christi Himmelfahrt überraschend geschlossen

Es war ein Schock für die Gläubigen der Gemeinde Christi Himmelfahrt: Wegen akuter Mängel beim Brandschutz wurde das denkmalgeschützte Gotteshaus im Freudental mitten in der Karwoche überraschend geschlossen. Die Anweisung dazu war aus Augsburg gekommen. Das bestätigte Markus Kremser, Leiter der bischöflichen Pressestelle. Denn ein Gutachter habe festgestellt, dass im Fall eines Feuers Menschen gefährdet wären. Um das Osterfest doch in der Kirche feiern zu können, wurden am Mittwoch Auflagen festgezurrt. So sollte bis Gründonnerstag eine weitere Treppe erstellt werden, um einen zweiten Fluchtweg aus dem Gebäude zu ermöglichen. Außerdem musste die Gemeinde zwei aktive Feuerwehrleute für eine Brandwache während der Gottesdienste finden. Wie es langfristig weitergeht, ist unklar.

Die Vorgeschichte: Seit über einem Jahr kommt die Pfarrgemeinde in der Innenstadt nicht zur Ruhe. Anfang vergangenen Jahres wurden die Pläne der Diözese bekannt, die Gemeinde mit St. Lorenz zu verschmelzen und die Kirche abzureißen. Argumentiert wurde unter anderem mit hohen Sanierungskosten. Dagegen gab es allerdings in den folgenden Monaten massiven Widerstand unter anderem auch des Pfarrgemeinderats.

Schließlich meldete sich das Landesamt für Denkmalschutz zu Wort und stufte das 1971 fertiggestellte Kirchengebäude als schützenswertes Denkmal ein. Der Bauausschuss erteilte dazu im Juni das sogenannte «Benehmen» - und so ist die Kirche seither das jüngste Gebäude auf Kemptens Denkmalliste. Vor dem Abriss jedoch muss das nicht zwangsläufig schützen - auch wenn die Hürden hoch sind.

Wenn zum Beispiel Erhalt und Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar sind, kann auch ein Denkmal abgebrochen werden. Gleichwohl, so freute sich Kirchenpfleger Willibald Herz erst beim Neujahrsempfang im Januar, sei der Abriss inzwischen «praktisch vom Tisch».

Die neue Entwicklung: Wer genau die Mängel beim Brandschutz entdeckt hat, ließ sich bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht klären. «Wir sind nicht von uns aus tätig geworden, sondern wurden von der Diözese hinzugezogen», so Renate Porkert, stellvertretende Leiterin des Amts für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt.

«Mängelanzeige» durch Stadt?

Markus Kremser von der bischöflichen Pressestelle berichtete hingegen von einer «Mängelanzeige» durch die Stadt Kempten. Diese könnte auch vonseiten der städtischen Bauaufsicht eingegangen sein. Feststeht: Beim Ortstermin mit Vertretern der Kirchengemeinde, der Stadt und der Diözese wurden Mängel festgestellt und ein Sicherheitskonzept für Ostern erarbeitet.

So geht es weiter: Laut bischöflicher Pressestelle entstehen Kosten in Höhe von 8000 bis 10000 Euro - unter anderem für die Behelfstreppe sowie weitere Brandmeldeanlagen. Diese Kosten werde die bischöfliche Finanzkammer übernehmen. Allerdings, so Pressestellen-Leiter Kremser, bleibe es dabei, dass keine weiteren baulichen Maßnahmen am Gebäude vorgenommen werden. Im Klartext: Gottesdienste könnten nur unter den derzeitigen Auflagen in Kirche und angeschlossener Kapelle stattfinden.

Sonst müssten sie in Pfarrsaal darunter verlegt werden, der nicht von Mängeln betroffen sei.

Das sagt der Pfarrgemeinderat: «Das ist für uns Karfreitag», so Vorsitzende Ursula Zingraf auf Nachfrage. Alles sei ein «Schock» gewesen. Zingraf erklärte, sie wolle an Bischof Dr. Konrad Zdarsa schreiben, um zu erfahren, wie es weitergeht. Am 2. Juni sollen der 40. Geburtstag der Kirche sowie das 80-jährige Bestehen der Pfarrgemeinde gefeiert werden.

 

Nur unter Auflagen kann in der Kirche Christi Himmelfahrt das Osterfest gefeiert werden. Denn es wurden Mängel beim Brandschutz festgestellt. Foto: Hermann Ernst

«Das ist für uns Karfreitag»

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Zingraf

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