Kino:Zukunft scheint gesichert

Von Reinhold Löchle | Marktoberdorf Der Billy Wilder-Film 'Das verflixte siebte Jahr' hätte zumindest vom Titel her gut zum 'Filmburg'-Programm in den vergangenen Monaten gepasst. Denn im siebten Jahr nach seiner (Wieder-)Eröffnung im Herbst 2001 kursierten gar 'Scheidungs'-Gerüchte um das Marktoberdorfer Kino: Die Zukunft des von Monika Schubert geführten Hauses sei gefährdet, war zu hören. In der Tat gab es unterschiedliche Positionen bei den Verhandlungen über die Verlängerung des Pachtverhältnisses. Nun aber scheint ein Vertragsentwurf vorzuliegen, der beide Seiten zuversichtlich in die Zukunft des Kinos schauen lässt.

Als das Ehepaar Bloching Ende 1999 ihre 'Filmburg' an der Gschwenderstraße schloss, schien für Marktoberdorf das Ende der Lichtspielhaus-Tradition gekommen zu sein. Doch knapp zwei Jahre später übernahm 'mobile'-Chefin Monika Schubert das Kino und führt es seither mit einer Schar von 20 'Kino-Enthusiasten' weiter.

Da im April der Pachtvertrag zwischen den Hauseigentümern Robert und Dr. Hans Bloching auf der einen und Monika Schubert auf der anderen Seite ausläuft, werden schon seit längerem die Fäden für eine Verlängerung gesponnen. Allerdings traten hierbei einige unterschiedliche Positionen zu Tage. Jedenfalls unterschrieb Schubert aufgrund Bedenken das nach Ansicht von Robert Bloching 'sehr günstige' Werk nicht. Nachdem nun aber ein neuer Vertrag in Arbeit ist, schaut sie den abschließenden Gesprächen 'zuversichtlich' entgegen. Ein 'Fortbestand des Kinos' sei angestrebt, 'es muss zu einem guten Abschluss kommen', sagt die Filmtheater-Chefin. Zumal sie ja auch 10 000 Euro in den letzten zwei Jahren in eine bessere Kinotechnik und -ausstattung gesteckt habe.

Auch Robert Bloching macht deutlich, dass ihm, seinem Bruder und seinen Eltern viel an einer gesicherten Zukunft des Kinos gelegen sei: 'Wir hängen auch persönlich daran.' Schließlich habe es sein Großvater gebaut, und der Architekt war sein Onkel. Es müssten nur noch 'Eckpunkte' im Vertrag abgestimmt werden, zeigt Bloching sich ebenfalls zuversichtlich. Das neue Pachtverhältnis soll über fünf Jahre mit Option auf weitere fünf Jahre laufen.

11 600 Zuschauer im vergangenen Jahr

Die nunmehr dritte Filmtheaterprämie für die 'Filmburg' (wir berichteten) sieht Monika Schubert als erneute Bestätigung ihrer Arbeit. Sie betreibt die Einzelfirma 'Filmburg' mit 20 mehr oder weniger ehrenamtlichen Helfern.

Im vergangenen Jahr zählte die 'Filmburg' 11 600 Zuschauer, seit Oktober 2001 waren es fast 74 000. Dennoch ist die 'Filmburg' keine Goldgrube: Fast die Hälfte der Eintrittsgebühr müsse an die Filmverleiher abgeführt werden, so Schubert. Ähnlich äußern sich die Blochings. An der Verpachtung sei nichts verdient. Allein die Dachsanierung habe 25 000 Euro verschlungen. Ein Draufzahlgeschäft über Jahre hinweg könnten sich sein Bruder und er jedenfalls nicht leisten, sagt Robert Bloching.

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