Stadtrat
Kinderkrippe - Lindenberg beschließt Bauvertrag mit Kirchenstiftung

Es bleibt bis zum Schluss ein emotional besetztes Thema: Mit dem Abschluss einer Bauvereinbarung mit der katholischen Kirchenstiftung hat die Stadt einen weiteren Schritt zum Bau einer Kinderkrippe an der Lauenbühlstraße getan. Gegen die Stimmen von SPD und Grünen hieß der Stadtrat das entsprechende Vertragswerk für gut.

Die Fakten sind klar: Die katholische Kirchenstiftung wird auf dem Gelände eine dreigruppige Kinderkrippe bauen. Eine Gruppe ist neu, die beiden anderen ersetzen entsprechende Einrichtungen in Kindergärten. 1,8 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. 1,1 Millionen sind als Zuschuss zugesagt.

Ein Vertrag ist nötig, weil die Stadt zwar bezahlt, die Kirche aber als Bauherr auftritt. Um Details des Baus wird sich ein vierköpfiger Ausschuss kümmern. Die Stadt vertreten dort der Bürgermeister und der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Ludwig Gehring. Der Stadtrat erwartet eine regelmäßige Information zu Baufortschritt und der Frage, ob der Kostenrahmen eingehalten wird.

In der Vergangenheit ist der Krippenbau intensiv diskutiert worden. CSU-Fraktionssprecher Stefan Bihler sprach gar vom 'Stuttgart-21-Syndrom'. So ging denn auch das Thema 'Bauvereinbarung' nicht ohne Debatte über die Bühne. Ein Teil der Diskussion drehte sich ums Geld, beispielsweise die Frage, was geschieht, wenn es zu Mehrkosten kommt. Nach dem Willen der SPD hätte sie die Kirche übernehmen und der städtische Beitrag auf 1,1 Millionen Euro gedeckelt werden sollen. Die Kirche trage als Bauherrin die Verantwortung, argumentierte Helmut Böller. Bürgermeister Johann Zeh sah das anders: Über den Bauausschuss sitze die Stadt am Tisch und nehme Einfluss. 'Da wäre es unfair, wenn wir die Kirche die Kosten alleine tragen ließen'.

Für 'unüblich' hielt auch Stefan Bihler die Deckelung. Bei Dingen wie einem Spaßbad sei das eine sinnvolle Sache, aber nicht bei Einrichtungen, bei 'denen wir eine Pflicht haben, sie zu betreiben'.

'Viel Luft' bei den Kosten gibt es im übrigen nicht, so Stadtpfarrer Mikschl. Zwar bleibt das Ausschreibungsergebnis der Baumeisterarbeiten (370 000 Euro) um rund 60 000 Euro unter den veranschlagten Kosten. Dafür aber ist der Untergrund laut einem Bodengutachten nicht tragfähig, was zu nicht kalkulierten Mehrkosten führe.Der SPD ging es daneben noch einmal um die grundsätzliche Frage der Finanzierung. In allen anderen Gemeinden reihum beteilige sich die Kirche als Träger an den Baukosten von Kinderkrippen.

In Lindenberg aber nicht. Hier stellt sie das Grundstück zur Verfügung. Wie viel es wert ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Stadtpfarrer Mikschl setzte in der Sitzung 150 Euro je Quadratmeter an, also Baulandpreis und kam so auf einen Wert von 300 000 Euro. Das wären knapp 15 Prozent der Gesamtkosten. Das wiederum ließ Böller nicht stehen. Das Gelände sei im Flächennutzungsplan als Grünland festgeschrieben, demnach der Quadratmeter nur vier Euro wert.

In der Diskussion ging es zudem noch einmal um Grundsätzliches. So erneuerte die SPD ihre Kritik an dem Konzept. Sie hält Krippengruppen, die an die bestehenden Kindergärten angegliedert sind, für pädagogisch sinnvoller, familienfreundlicher und damit die bessere Lösung. Freilich sehen auch das die anderen Fraktionen anders.

Stefan Bihler verwies auf die größere Flexibilität, die eine zentrale Krippe den Eltern biete. 'Es gibt Für und Wider für das eine oder das andere Konzept', so der CSU-Fraktionssprecher.

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