Kinderarmut: Oft reicht es nicht für ein Mittagessen

Allgäu | az | Es ist eine traurige Wahrheit, die der Kinderreport 2007 beschreibt: Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Auch vor dem Allgäu macht diese Entwicklung nicht halt. Arme Kinder haben schlechtere Zukunftschancen, ernähren sich weniger gut und sind beim Thema Bildung benachteiligt. Die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, hat dieses Problem schon seit langem erkannt und fördert bedürftige Kinder in vielfältiger Weise. In diesem Jahr erhielt die Kartei der Not rund 20 Prozent mehr Unterstützungsanfragen als noch im Jahr 2006. Bei über 60 Prozent aller Anfragen sind Kinder mit betroffen, gehen die Hilfen an Familien oder Alleinerziehende mit Kindern.

Der rasche Anstieg der Kinderarmut macht schnelles Handeln notwendig und stellt die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Deshalb hat die Kartei der Not Ende 2006 ein Projekt begonnen mit dem Ziel, Kindern ein Frühstück sowie ein warmes Mittagessen in Schulen zu ermöglichen. 'Das Projekt wird leider - denn dies zeigt, dass es um die Kinder schlecht bestellt ist - sehr gut angenommen und hat unsere sämtlichen Erwartungen übertroffen', sagt die Geschäftsführerin der Kartei der Not, Susanne Donn.

Im Jahr 2007 erhielten dank der Kostenübernahme der Kartei der Not in Schwaben rund 200 Kinder warme Mittagessen und teilweise ein kleines Frühstück in der Schule.

Die meisten dieser Kinder besuchen die Nachmittagsbetreuung ihrer Schule, weil die Eltern berufstätig sind und/oder ein erhöhter schulischer und sozialer Förderbedarf besteht. Die Familien dieser Kinder leben am Existenzminimum, entweder von Sozialleistungen oder von geringen Einkommen auf Sozialhilfeniveau beziehungsweise nur knapp darüber. In einigen Familien gibt es auch gegen Monatsende kein vernünftiges Essen mehr, weil das Geld ausgeht. Weil diese Kinder unverschuldet in Not geraten sind, hilft die Kartei der Not.

Auch an Schulen in Immenstadt, Kempten. Lindenberg und Sonthofen hat die Kartei der Not etliche Kinder unterstützt. Ebenso erhalten so genannte Tafeleinrichtungen Zuwendungen wie etwa das Gratislädle in Kaufbeuren oder die Westallgäuer Tafel. Die Kartei der Not fördert diese Tafeln, weil sie hauptsächlich ehrenamtlich organisiert sind und schlimmste existenzielle Krisen durch das Bereitstellen von Lebensmitteln abfangen können.

Wenn auch Sie bedürftige Kinder und ihre Familien unterstützen wollen, können Sie eine Spende entrichten auf das Konto 4440, Sparkasse Allgäu, BLZ 733 500 00. Oder online spenden unter

www.karteidernot.de

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