Marktoberdorf
Kiesabbau weiter strittig

Der von der Baufirma Xaver Schmid beantragte Nasskiesabbau neben der Kreisstraße Engratsried-Oberthingau beschäftigte erneut den Stadtrat - und wieder gab es Pro und Kontra. Das letzte Wort ist nach wie vor noch nicht gesprochen. Die Rathausspitze bleibt aber bei ihrer Position: Sie befürchtet eine Beeinträchtigung der Marktoberdorfer Wasserversorgung, sollten dort die Bagger anrücken. Zudem ginge der Stadt ein Wirtschaftsgut verloren, würde das dortige Grundwasser aufgegeben.

Das Wasservorkommen habe einen Gegenwert von 650000 Euro pro Jahr, so Stadtbaumeister Peter Münsch. «Warum dies zugunsten des Kiesabbaus aufgeben? Wir sind vielleicht noch froh, wenn wir Quelle und Notbrunnen haben.»

Über den Antrag war bereits im Februar beraten worden. Damals beschloss der Stadtrat mehrheitlich, dass nur dann dem Wunsch nachgekommen werden könne, wenn es keinen hydraulischen Zusammenhang zwischen dem Kiesabbau und dem Notbrunnen Leuterschach gebe. Zwischenzeitlich wurden weitere Gespräche geführt. Erst Mitte Juli erhielt die Stadt von Schmid ein hydrogeologisches Gutachten vorgelegt, das von einem nur kleinen Grundwasserzulauf vom Abbaugebiet zum Notbrunnen berichtet.

In der Beurteilung dieses Gutachtens und einer Untersuchung des Wasserwirtschaftsamtes gehen die Meinungen auseinander. Die zentrale Frage dabei: Hat der Kiesabbau negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung? Der Notbrunnen Leuterschach und die Quelle Geisenried sind derzeit als nicht geeignet für die Versorgung eingestuft. Doch ist dies für Münsch kein Grund, sie aufzugeben, zumal bei der Quelle Geisenried nur das «vollwirksame Schutzgebiet» fehle. Beide Fassungen seien für die künftige Wasserversorgung unabdingbar und für die Vorsorge geeignet.

Für Bürgermeister Werner Himmer ist klar: «Der Stadtratsbeschluss hat nach wie vor Gültigkeit. Der Sachstand hat sich nicht geändert.» Laut dem Stadtbaumeister liegt der Wassereinzugsbereich des Notbrunnens im Abbau-Bereich. Dazu komme, dass der Landkreis eine Teilverlegung der Kreisstraße ins Auge fasse, eventuell bis ins Abbaugebiet. Auch erinnerte Münsch daran, bei Nasskiesabbau dürfe die Grube danach nicht verfüllt werden.

Bürger haben nun das Wort

Während Umweltreferent Gerhard Küster (Grüne) meinte, er habe «größtes Bauchweh bei einem Nasskiesabbau», stellte Wolfgang Hannig (SPD) den Kurs der Verwaltungsspitze in Frage: «Das Wasserwirtschaftsamt sagt: nicht so schlimm. Das Landratsamt sagt ähnliches. Und die Regierung von Schwaben sieht überwiegend Gründe, die für einen Abbau sprechen.»

Da die Verwaltung das Thema nur zur Information vorgebracht hatte, wurde nicht darüber abgestimmt. Seit dieser Woche läuft nun für das Vorhaben ein vereinfachtes Raumordnungsverfahren der Regierung von Schwaben. Nun haben die Bürger - gleich ob Anlieger oder nicht - vier Wochen die Möglichkeit, dazu Stellung zu beziehen.

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