Kies und Pfützen bleiben

Ottobeuren | web | Drei Wochen war er geschlossen - ab heute ist er wieder geöffnet: Der Wertstoffhof in Ottobeuren. Entgegen den ursprünglichen Planungen hat sich in der Zwischenzeit allerdings nichts Entscheidendes verändert. Der Hof wurde nicht asphaltiert, sondern ist in einem genauso schlechten Zustand wie vorher. Der Grund: Bei Entwässerungsarbeiten hatte sich herausgestellt, dass es Probleme mit dem Untergrund gibt. Die Kosten für das Projekt wären in die Höhe geschnellt. Und zwar so sehr, dass das Landratsamt nun ganz andere Pläne ins Auge fasst.

Als 'ungut' empfindet Bürgermeister Bernd Schäfer die Situation. Zumal die Bürger oft nicht wüssten, wer den in der ehemaligen Klosterökonomie untergebrachten Wertstoffhof betreibe: 'Wir stellen nur das Personal ein und zahlen die Löhne. Die Lohnkosten stellen wir dem Landratsamt in Rechnung.' Dieses müsse auch für die Asphaltierung aufkommen - die laut Schäfer auch dringend nötig wäre: Der gekieste Hof sei nur mit Mühe sauber zu halten. 'Pläne, den Platz zu teeren, gibt es seit zehn Jahren', so Schäfer. Zunächst sei sie wegen der ungewissen Zukunft des Grünen Punkts, dann wegen der schlechten Haushaltslage des Kreises zurückgestellt worden. Dieses Jahr schien nun nichts mehr im Weg zu stehen. Vor drei Wochen schloss der Wertstoffhof also seine Pforten. Gleichzeitig sollte auch die Entwässerung verbessert werden. Doch genau das brachte erneut Ungemach.

'Es zeigte sich, dass der Untergrund des Hofes lehmig und nicht verfestigt war', so Schäfer. Dadurch wären weitere Arbeiten nötig geworden - und zu den geschätzten Kosten in Höhe von etwa 24 000 Euro wären rund 17 000 Euro hinzukommen. 'Das Landratsamt wollte, dass auch die Abtei als Vermieter der Gebäude einen Teil der Kosten übernimmt', sagt der Bürgermeister. Doch in der Benediktinerabtei werde eine Asphaltierung nicht als Wertsteigerung gesehen. Man könne sich dort auch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, für die eine Asphaltierung nicht erforderlich sei, so Schäfer.

In der Tat: Für Pater Alexander Hoppert, als Cellerar zuständig für die Finanzen der Abtei, ist die Situation klar. 'Wir haben die historische Anlage an die Gemeinde vermietet, und das übrigens weit unter dem sonst üblichen Pachtzins', sagt der Benediktiner. Für Asphaltierung und Kostenübernahme sei das Kloster nicht zuständig: 'Wir selbst haben daran kein Interesse.'

Kein Interesse mehr an der Asphaltierung hat nun auch das Landratsamt. Das Ganze ist für Anton Bauer, Sachgebietsleiter für Abfallwirtschaft, schlicht ein Rechenexempel: Addiere man zu den Zusatzkosten die Mietkosten für zehn Jahre, sei es durchaus legitim, über Alternativen nachzudenken: 'Schließlich gehen wir mit öffentlichen Geldern um.' Denkbar seien auch ein Neubau oder andere Räumlichkeiten. Das Thema neuer Wertstoffhof hat für Bürgermeister Schäfer auch Schattenseiten: 'Wir verlieren damit unter Umständen die zentrale Lage.'

Wie dem auch sei, der Wertstoffhof ist ab heute wieder geöffnet. Und Kies und Pfützen bleiben.

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