Comedy-Konzert
«Kerbst und Kock» geben Comedy-Konzert im Künstlerhaus Kempten

Ein elektronischer Tusch - und die Lichter gehen an, die Show fährt ab: Im Kemptener Künstlerhaus springen «Kerbst und Kock» auf die Bühne. Ein Traumpaar. Adrett in Sommerkleidchen, schwarzem Anzug, Fliege. Die Musical-Erfahrung der beiden ist offensichtlich. Stefanie Kock und Alexander Kerbst sind in diesen Wochen im «Ludwig 2»-Musical in der Kemptener Big Box zu sehen. Auch privat ein Paar, nutzen sie einen freien Abend, um ihr Soloprogramm für Zwei den rund 50 Zuschauern zu präsentieren - darunter auch etliche Mitakteure des Musicals.

Vier << Therapeuten >> begleiten ihre Lieder - an Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. << Seit sieben Jahren schon machen wir diese musikalische Paar-Therapie >>, verrät Steffi. << Und ich weiß immer noch nicht, ob sie was nützt >>, ergänzt sie mit zweideutigem Seitenblick auf ihren Comedy-Partner.

Der aber lässt nichts anbrennen, gibt zurück: << Steffi, du lässt dir erst mal schön die Haare wachsen, bevor du hier vor Publikum meine Bewegungen im Schlafzimmer parodierst! >>

Denn die << langen Haare einer Frau >>, archaisches Symbol für Erotik und Verführung, sind Alexanders Running Gag in dieser << Musik Comedy Show >>, und Steffi muss ihren Kurzhaarschnitt öfters verteidigen mit der Tatsache, dass in den << Roaring Twenties >> eben Bubikopf modern war.

Zum Totlachen

Nicht jedes ihrer Lieder hat << was Ehrliches, Gefährliches, Verführendes, Rührendes >>, wie es im Opener-Song heißt. Da sind schon olle Kamellen aus den zwanziger Jahren dabei: << Nehm se n Alten >>, << Was macht der Mayer am Himalaya? >> oder << Kein Schwein ruft mich an >>.

Zum Totlachen allerdings ist die pathetische << therapeutische Lesung >> von Alexander, nämlich der wortgetreu übersetzte Rolling Stones-Text von << Satisfaction >> - << Ich kann nicht keine Zufriedenheit erhalten >>

Ungewöhnlichen Reiz des - vielleicht - Authentischen bezieht diese Comedy Show aus der offen betonten, auch privaten Zweisamkeit der Beiden: << Wer kann das schon, als Paar so auf der Bühne stehen - wir sind eine fleischgewordene Wiedervereinigung >>, deklamiert Alexander einmal. Er ein << Ossi >>, sie eine << Wessi >>.

Natürlich ist das gleichzeitig eine moderierende Überleitung zur Kabbel-Nummer << gscheiter Mann - dummes Frauchen >>. Wo die arme Steffi unter anderem die Armstrong-<< Familie >> komisch verwechseln muss: Louis, Neil und Lance Armstrong.

Ein kurzweiliger Abend, eine amüsante << Therapie >> auch fürs lachlustige Publikum.

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