Vortrag
Kemtenerinnen helfen Frauenzentrum in Palästina

'Ich muss gewaltfrei mit mir selbst umgehen, mich mit mir versöhnen.' Sumaya Farhat-Naser weiß, wovon sie spricht: Als Streiterin für den Frieden kämpft sie für eine bessere Zukunft von Palästina und Israel. Auf Einladung des katholischen Frauenbundes Kempten kam die 64-jährige palästinensische Christin jetzt erneut nach Kempten. Mit ihrer ruhigen Art und festen Stimme zog Farhat-Naser die 150 Zuhörer im Kolpinghaus Kempten in ihren Bann, wo sie über den Alltag in ihrer Heimat Bir Zait nahe Jerusalem sprach.

Der Terminkalender der Palästinenserin ist prall gefüllt. Die Reisen durch Deutschland empfindet sie als Luxus, denn in Palästina gebe es aktuell 563 Checkpoints: 'Stundenlanges Warten vor einem Übergang ist bei uns Normalität.'

Manche Kinder machen sich ihr zufolge um 4 Uhr morgens auf den Weg, um pünktlich in der Schule zu sein. In einem Ort gebe es 78 Eisentore. Auch wenn Bildung erschwert werde, gebe es neun Universitäten und 18 Hochschulen, sagte Farhat-Naser.

Allerdings: '40 Prozent der Graduierten bekommen keine Arbeit. Deshalb geht etwa die Hälfte ins Ausland.' Froh ist sie, dass junge Leute aus Israel und Palästina sich übers Internet austauschen.

Erschwertes Leben

Erschwert werde den Palästinensern das Leben östlich der Altstadt von Jerusalem. '82 Häuser wurden in den letzten Jahren zerstört, 120 stehen noch auf der Liste.' In den vergangenen zwei Jahren seien allein 56 lebenswichtige Wasserquellen beschlagnahmt worden.

Die Trägerin des Augsburger Friedenspreises (2000) baut gerade das Haus ihrer verstorbenen Tante zu einem Frauenzentrum aus. Noch fehlen ihr dafür 15 000 Euro, dennoch soll im Januar Eröffnung sein.

Vom katholischen Frauenbund Kempten bekam sie eine Spende über 2000 Euro. Dazu sagte Inge Martin: 'Wir möchten mit unserer Arbeit über den Tellerrand hinausschauen und fühlen uns mit Sumaya Farhat-Naser solidarisch.'

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