Verletzungen
Kemptner Notärzte mahnen zur Vernunft: "Alle Fahrradfahrer sollten Helm tragen!"

Fahrradfahren mit Helm. (Symbolbild)
  • Fahrradfahren mit Helm. (Symbolbild)
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Die Mitglieder des Kemptener Notärzte e.V. kommen in ihrem Arbeitsalltag immer wieder zu Unfällen, bei denen Fahrradfahrer schwere Kopfverletzungen erlitten haben. "Viele dieser Verletzungen wären vermeidbar oder würden wesentlich weniger schlimm ausfallen, wenn der Radler einen Helm getragen hätte", mahnt Bernd Fischer. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Oberarzt für den intensivmedizinischen Bereich und Frührehabilitation an der Fachklinik Enzensberg und zugleich ehrenamtlicher Obmann und Vorsitzender der Kemptener Notärzte e.V.

Während des Corona-Lockdowns waren weit mehr Fahrradfahrer auf den Straßen im Allgäu unterwegs als sonst. Wenn mit den steigenden Temperaturen die Radsaison so richtig losgeht, werden es noch mehr. "Dieser Trend ist sehr begrüßenswert, schließlich tut die Bewegung an der frischen Luft Körper und Seele gut", findet Bernd Fischer. "Oft ist es allerdings so, dass bei Familien die Kinder brav ihren Helm tragen, die Eltern aber nicht", moniert er. Generell seien in den letzten Jahren wieder sehr viel mehr Radler ohne Kopfschutz unterwegs. Warum das so ist, darüber kann man nur spekulieren. "Vielleicht ist es Eitelkeit, vielleicht Leichtsinn oder einfach Bequemlichkeit", mutmaßt er. "Dabei wäre es enorm wichtig, dass alle Radler einen geeigneten, passenden und vor allem gut sitzenden Helm aufhaben, denn Helme können schwere Kopfverletzungen verhindern oder sie mildern die Unfallfolgen zumindest ab", weiß er aus seiner langjährigen notärztlichen Erfahrung.

"Bei einem Zusammenstoß mit einem Kraftfahrzeug prallt man als Radler oft auf die Windschutzscheibe, das Dach oder den Querholm des Autos. Dann ist sehr oft der Kopf betroffen." Auch bei unglücklichen Stürzen komme es mitunter vor, dass Fahrradfahrer mit dem Kopf auf den Asphalt oder den Randstein aufschlügen. Schädel-Hirn-Traumata können die Folge sein. "Diese reichen von der leichten Gehirnerschütterung bis hin zum schweren Schädel-Hirn-Trauma mit bleibenden Behinderungen oder gar Todesfolge", so der Experte. Laut Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen vermieden werden, wenn alle Radfahrer grundsätzlich einen Helm tragen würden

"Manchmal, wenn ich am Unfallort einen total zerstörten Helm sehe, denke ich mir: Wie gut, dass das nicht der ungeschützte Kopf war", gibt Fischer zu. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland für Fahrradfahrer nicht, doch er und seine Kollegen appellieren an den gesunden Menschenverstand: "Ein Unfall ist schnell passiert, da muss man nicht mal selbst schuld sein. Bitte setzen Sie sich keiner unnötigen Verletzungsgefahr au. Tragen Sie einen Fahrradhelm. Er könnte Ihr Leben retten."

2 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen