Kriminalität
Kemptener Stadträte erleichtert über Zahlen der Polizei

Im Stadtpark wird ein 19-Jähriger von Unbekannten brutal niedergeschlagen. Er erleidet einen dreifachen Nasenbeinbruch. Diesen von der AZ berichteten Fall nahm Stadtrat Johann Lederle wie berichtet zum Anlass, zur Sicherheitslage in der Stadt nachzufragen.

Antworten präsentierte Polizeidirektor Günter Hackenberg in der Sitzung des Ordnungsausschusses. Aus seinem Bericht schlossen mehrere Stadträte: 'Wir leben in einer sehr sicheren Stadt.' Die Fälle schwerer Körperverletzung im öffentlichen Raum etwa sind laut Hackenberg in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent gesunken (Rückgang: von 40 auf 29 Fälle).

Ob es einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und körperlicher Gewalt gebe, fragte Stadtrat Stephan Prause (CSU). 'Ja', entgegnete Polizeidirektor Hackenberg. 'Die Leute gehen bis fünf Uhr weg und trinken länger Alkohol als früher.' Dazu trage auch der Alkoholverkauf an Tankstellen bei. Hackenberg wünschte sich mit Blick auf die Nachtschwärmer, bewusst zu feiern: 'Ein Betrunkener ist als Opfer interessanter als ein Nüchterner.'

Auf öffentlichen Plätzen seien Körperverletzungen aber Einzelfälle. Wesentlich höher liege die Zahl dieser Gewalttaten jedoch im häuslichen Bereich, wie Hackenberg ausführte. Dort wurden dieses und voriges Jahr in den ersten neun Monaten etwas mehr als 100 Fälle aufgenommen.

Vergewaltigungen seien in der gleichen Zeit von drei auf neun Delikte angestiegen. Es handle sich aber fast nie um Überfälle: 'Das sind regelmäßig Beziehungstaten', sagte Hackenberg.

Ob man die Sicherheit durch Überwachungskameras etwa an der ZUM oder im Stadtpark weiter verbessern könne, fragte Stadträtin Carolin Brög (Grüne/Frauenliste). 'Einzelfälle können Kameras auch nicht verhindern. Und in Kempten sind wir weit davon entfernt, an solche Dinge denken zu müssen.'

Bei der Polizei würden bekannte Probleme auch intensiv behandelt: 'Eine Mitarbeiterin kümmert sich mit Jugend- und Ordnungsamt speziell um jugendliche Intensivtäter', berichtete Hackenberg. Das sind Acht- bis 20-Jährige, die in einem halben Jahr über fünf Straftaten, und davon mindestens eine Gewalttat, begehen.

Aktuell seien bei der Polizei 13 solche Jugendliche gemeldet, voriges Jahr waren es noch 20. Die Zusammenarbeit von Stadt und Polizei lobte OB Dr. Ulrich Netzer: 'Wir arbeiten sehr eng zusammen.' Auch das sei wichtig für eine sichere Stadt.

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