Begegnung
Kemptener Pfarrer und Altenheimseelsorger Thomas Öder verabschiedet

Schon als junger Mensch begeisterte Pfarrer Thomas Öder die Entwicklung des Einzelnen vom Kind zum alten Menschen. 'In den Gesichtern der Alten suchte ich das Kind von einst', erinnert sich der heute 65-Jährige. Daher war es auch immer sein Wunsch, die Menschen ganz zu sehen. Vor Kurzem wurde der Seelsorger in der St.-Mang-Kirche aus seinem Berufsleben verabschiedet. Besonders in den letzten sechs Jahren hat er als einer der vier ersten Altenheimseelsorger in der evangelischen Landeskirche Bayern Pionierarbeit in der konzeptionellen Entwicklung und Umsetzung in der Altenheimseelsorge geleistet.

'Gott hat mich dabei geführt, die Vielschichtigkeit menschlichen Lebens zu entdecken und zu fördern. Er hat mich in die Seelsorge mit alten Menschen geführt', erzählt Öder im Gespräch mit der Allgäuer Zeitung. Seine Erfahrungen dazu hat er in Fortbildungen, Predigten, Texten weitergegeben. Beim Umgang mit demenzkranken Menschen rät er beispielsweise: 'Lassen Sie sich ein auf diese andere Welt des Demenzkranken.'

'Das hat mein Herz gestärkt'

Für Öder ist es bis heute nicht selbstverständlich, wenn Menschen Vertrauen fassen und ihn an ihrem Leben teilhaben lassen: 'Was ich hier erfahren habe an Lebensmeisterung, aber ebenso Bewahrung und Führung durch den guten Gott, das hat auch mein Herz gestärkt.'

Geboren in Halle begann der vierfache Familienvater und dreifache Großvater seine theologische Laufbahn 1967 in Erlangen. Hier studierte er bis 1972. Von 1972 bis 1976 war er in Herzogenaurach tätig, wurde dort auch 1975 ordiniert. Marktredwitz, Waltenhofen und Uttenreuth waren weitere Stationen, bevor er 2006 wieder zurück ins Allgäu kam.

In der Zukunft will sich Pfarrer Öder mehr noch als bisher dem Schreiben widmen, wird ihm doch eine bildstarke, poetische und einfühlsame Wortwahl nachgesagt. 'Worte, die die Seele berühren', wie Helmut Unglaub von der Arbeitsgemeinschaft Altenheimseelsorge in seiner Laudatio auf Öder feststellte.

Als Ruheständler möchte sich der 65-Jährige unter anderem Zeit nehmen, die Geschichte einer Kemptener Familie zu recherchieren und aufzuschreiben. Auch möchte er Hörbücher mit seiner sonoren Stimme besprechen.

Ein Jugendbuch mit Sagen zu einem speziellen Kloster hat er ebenso im Blick. Ein Faible hat Öder seit Jugendtagen für das Theaterspiel. Unter anderem schrieb er das Stück zum 500. Jubiläum von Primus Truber, der acht Jahre in Kempten verbrachte.

'Lebt gut' – diesen Wunsch richtete Pfarrer Thomas Öder zum Abschied vor allem an alle seine Wegbegleiter, verbunden mit einem 'Danke für die gemeinsame Zeit'. Begegnungen mit ihm wird es weiter geben – nur eben anders.

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