Auseinandersetzung
Kemptener liegt seit Jahren mit Stadt wegen artgerechter Pferdehaltung im Clinch

Wie werden Pferde artgerecht gehalten? Seit mittlerweile über zehn Jahren liegen ein Kemptener Tierhalter und die Stadt wegen dieser Frage miteinander im Clinch. Anordnungen, Bußgelder, Prozesse, Ein- und Widersprüche hat es seither schon gegeben - in Kürze nun treffen der Pferdehalter und die Stadt wieder einmal vor Gericht aufeinander. Bei zwei Prozessen vor dem Kemptener Amts- und dem Augsburger Verwaltungsgericht wird es um die richtige Hufpflege, um Witterungsschutz und Fütterungsbedingungen gehen. Tierschützer hatten den Fall vor Jahren ins Rollen gebracht.

Lange hatten sie moniert, dass die Pferde auf ihre Weide am Mariaberg Wind und Wetter ausgeliefert seien und bei Regen keinen Unterstand finden würden. 2004 schließlich griff die Stadt durch und ließ eine Stute und ihr erst wenige Tage altes Fohlen von der Weide holen und anderswo unterstellen.

Dagegen wiederum setzte sich der Tierhalter zur Wehr – und unterlag schließlich 2008 vor dem Münchener Verwaltungsgericht. Die Tiere seien am Mariaberg tatsächlich nicht artgerecht gehalten worden, urteilten die Richter.

Nach dieser Entscheidung wurde es einige Zeit ruhiger um die Auseinandersetzung. Seine Pferde hatte der Kemptener zwischenzeitlich in Buxheim untergebracht.

Stadt bestellt Hufschmied

Im vergangenen Herbst, so berichtet Rechtsamtsleiterin Nadine Briechle, sei allerdings eine neue Anzeige gegen den Tierhalter eingegangen. Zeugen hätten berichtet, dass am Mariaberg wieder Tiere ohne ausreichenden Schutz und ohne genügend Futter abgestellt seien. Das habe sich bestätigt – weshalb man gegen den Tierhalter Zwangs- und Bußgeld verhängt habe, so Briechle.

Doch das sei noch nicht alles: Bei einem Pferd seien die Hufe nicht ordentlich gepflegt gewesen. Nachdem der Mann eine Frist habe verstreichen lassen, sei die Stadt selbst tätig geworden und mit einem Hufschmied an den Mariaberg gefahren. 'Dort wurde dann die Hufpflege durchgeführt', sagt Briechle. Die Kosten müsse natürlich der Tierhalter tragen.

Zwei Verhandlungen

Das sieht dieser aber – natürlich – ganz anders. Die Stadt sei in Sachen Pferdehaltung und Tierschutz vollkommen auf dem Holzweg. Da er die Pfändung der Hufschmied-Kosten von seinem Konto nicht akzeptieren und das verhängte Bußgeld nicht bezahlen wolle, setze er sich zur Wehr, sagt der Kemptener.

Wer diesmal Recht bekommt im Streit um artgerechte Pferdehaltung? Das wird am kommenden Dienstag zunächst vor dem Augsburger Verwaltungsgericht (Kosten Hufpflege) und dann zwei Tage später vor dem Kemptener Amtsgericht (Bußgeld) entschieden.

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