Für Leistungen im Klimaschutz und in der Energiepolitik
Kempten und Durach mit European Energy Award ausgezeichnet

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Bildmitte) gratulierte dem Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle (links) und Durachs Bürgermeister Gerhard Hock zur Auszeichnung mit dem European Energy Award (eea). Kempten erhielt den eea in Gold.
  • Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Bildmitte) gratulierte dem Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle (links) und Durachs Bürgermeister Gerhard Hock zur Auszeichnung mit dem European Energy Award (eea). Kempten erhielt den eea in Gold.
  • Foto: eza!
  • hochgeladen von Corinna Sedlmeier

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat in Kempten den European Energy Award für bayerische Kommunen verliehen. Dem Gastgeber wurde dabei eine besondere Ehre zuteil. Für die herausragenden Leistungen in der kommunalen Klimaschutz- und Energiepolitik zeichnete Glauber die Stadt Kempten mit dem European Energy Award (eea) in Gold aus. Die höchste eea-Stufe erreichte auch die Stadt Herzogenaurach. Daneben erhielten die Gemeinde Durach, die Stadt Königsbrunn sowie der Landkreis Günzburg den European Energy Award. Veranstalter der diesjährigen eea-Verleihung war das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) als Landesgeschäftsstelle für den European Energy Award.

Der European Energy Award ist ein europäisches Qualitätsmanagementprogramm, das sich bereits in zahlreichen Kommunen als wichtiges Hilfsmittel für eine kontinuierliche und tatsächlich nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik bewährt hat. Der eea bietet den teilnehmenden Städten, Gemeinden und Landkreisen Begleitung und Beratung bei der Planung und Realisierung von energie- und klimaschutzpolitischen Zielen und Maßnahmen. Bei einer erfolgreichen Teilnahme winkt die Auszeichnung mit dem European Energy Award.

Dafür müssen 50 Prozent der für die Kommune möglichen Punkte in den verschiedenen Handlungsfeldern erreicht werden. Bei 75 Prozent aller möglichen Punkte winkt der European Energy Award in Gold. Zu den Handlungsfeldern zählen: Raumordnung und kommunale Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation zur Einbindung von Bürgern, Unternehmen und weiteren Akteuren.

„Wir brauchen Vorbilder wie Sie, die die Aufgaben konkret angehen und Maßnahmen umsetzen“, lobte Umweltminister Thorsten Glauber das Engagement der Bürgermeister, Landräte und Mitglieder der Energieteams der ausgezeichneten Kommunen bei der Auszeichnungsveranstaltung in Kempten. Die Kommunen und ihre Verantwortungsträger würden beim Klimaschutz eine herausragende Rolle spielen, fügte Glauber hinzu und bezeichnete in diesem Zusammenhang die Teilnahme am European Energy Award als hervorragendes Instrument.

Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bezeichnete die Auszeichnung mit dem European Energy Award in Gold als Bestätigung der geleisteten Arbeit, aber auch als Ermutigung, weitere Schritte zu unternehmen und am Thema dranzubleiben. Bereits 2016 war Kempten mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet worden. Die Stadt hat sich nicht auf dem Erfolg ausgeruht, lobte Umweltminister Thorsten Glauber, sondern ist weiter den Weg zu mehr Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, Bewusstseinsbildung bei Bürgern und Unternehmen und damit letztendlich mehr Klimaschutz in der Stadt gegangen.

Die Stadt Kempten zeichne sich unter anderem durch ein vorbildliches systematisches Energiemanagement für alle energierelevanten städtischen Liegenschaften aus, das seinesgleichen suche, betonte Umweltminister Glauber in seiner Laudatio. Zahlreiche Besuchergruppen von anderen Städten, sogar aus dem Nachbarland Vorarlberg, profitieren heute von dem Wissen, das die Stadt Kempten bereitwillig weitergibt. Oberbürgermeister Thomas Kiechle erinnerte in diesem Zusammenhang an die großen Verdienste von Hans Räth, der viele Jahre für das kommunale Energiemanagement in Kempten verantwortlich war und vor kurzem überraschend im Alter von 60 Jahren gestorben ist.

Mit einem weiteren Projekt geht die Stadt Kempten einen innovativen neuen weg. Seit 2016 unterstützt sie das Hildegardis-Gymnasium als Pionier zur Klimaschule. Das erfolgreiche Modell, eine Schule komplett umzukrempeln und dem Thema Klimaschutz in allen Bereichen unterzuordnen, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus aufgegriffen. Das Konzept der Stadt Kempten wird von einer Arbeitsgruppe des Kultusministeriums zu einem bayernweiten Konzept ausgebaut.

Die Stadt Kempten erhält den eea in Gold mit 76% Umsetzung aller möglichen Maßnahmen.

Wie Kempten nimmt auch die Gemeinde Durach bereits seit einigen Jahren am European Energy Award teil und wurde auch schon ausgezeichnet. An der Gemeinde Durach im Oberallgäu zeige sich, so Glauber, wie insbesondere ehrenamtliches Engagement der Energieteammitglieder und ein überzeugter Bürgermeister dazu beitragen, Klimaschutz in der Gemeinde systematisch umzusetzen. „Die Gemeinde Durach sieht die Entscheidung, beim eea mitzumachen als eine Investition in die Zukunft an“, erklärte Bürgermeister Gerhard Hock. „Der eea Prozess zeigt unbestechlich die Stärken der Gemeinde auf und ermittelt deren Schwächen, für die dann gemeinsam Lösungsansätze entworfen werden – überparteilich, partnerschaftlich und am Wohl der Bürger orientiert.“

Ein wichtiger Meilenstein war in Durach die Überarbeitung des energiepolitischen Leitbilds der Gemeinde im Jahr 2020. So wurde neben der treibhausgas-neutralen Gemeindeverwaltung bis 2030 besonders dem Ausbau der erneuerbaren Energien - insbesondere der Windenergie - als auch der flächendeckenden Verkehrsberuhigung Priorität eingeräumt. Hier setzt sich die Gemeinde seit zwei Jahren für eine Tempo 30-Begrenzung auf der Ortsdurchfahrt ein, um mehr Sicherheit und Lebensqualität für ihre Bürger und Bürgerinnen durchzusetzen.

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