Special Fußball SPECIAL

Keiner muss ein Talent wie Maradona sein

Von Alexander Graf | Burgberg 'Die Mannschaft steht für mich im Mittelpunkt.' Bescheiden beschreibt der 11-Jährige Johannes seine Einstellung zum Fußball. Mit seinen 14 Kameraden von den D-Junioren des TSV Burgberg trainiert er zweimal die Woche sein Geschick beim Umgang mit dem runden Leder.

'Los Jungs, jetzt gebt mal richtig Gas!' Von ihrem Trainer Markus Held angefeuert, legen die Nachwuchs-Kicker richtig los. Zum Aufwärmen sind Laufübungen mit dem Ball angesagt. Rund eine Viertelstunde rennen die Fußballer über das Feld, immer den Ball im Blick. Anschließend steht Dehnen auf dem Programm. 'Dehnen ist immer noch sehr wichtig. Wir wollen das Verletzungsrisiko schließlich möglichst gering halten', bekräftigt Markus Held. Wenn die Muskeln auf Betriebstemperatur sind, beginnt für die Spieler das Koordinationsspiel. 'Fünf Jungs bilden einen Kreis und zwei müssen hinein. Die Anderen müssen sich den Ball zuspielen ohne dass ihn die Spieler im Kreis abfangen', erklärt der Coach.

Bei dieser Übung werden viele Kleinigkeiten, die für den Fußballsport wichtig sind, geprobt. Zum Beispiel der Körpereinsatz, das Blocken und schnelle Bewegungen. Etwa eine halbe Stunde dauert dieser Trainingsteil. Gleich danach kommen Standartsituationen. Ungefähr 15 Minuten lang werden diese geübt, und zwar mit stetigem Schwierigkeitsgrad.

Gegen Ende einer Trainingseinheit absolvieren die Kicker noch ein Übungsspiel. 'Hier wird aber nicht nur wild rumgeschossen. Wir machen immer wieder Unterbrechungen, um zu besprechen, was gut funktioniert und was nicht', sagt Markus Held.

Doch nicht nur der Sport ist für den Trainer und seine Schützlinge wichtig, sondern auch das Team. 'Unser primäres Ziel ist, das Wir-Gefühl auszubauen', erzählt der Coach. Die Jugendlichen bestätigen diese Aussage. Held bemerkt weiter: 'Die Harmonie muss einfach stimmen. Gerade in dem Alter zwischen zehn und zwölf sind die Buben nicht immer leicht. So wird zum Beispiel ein Schwächerer schnell ausgegrenzt. Da müssen wir Verantwortliche natürlich eingreifen.' Das Problem des Trainers sei dabei, immer den Spagat zwischen 'nettem Kumpel' und Autoritätsperson zu meistern.

Den Kickern des TSV Burgberg macht das Training auf eine Menge Spaß. 'Wir kommen alle total gern hier her', meint Kilian. Besonders hoch im Kurs stehen bei den Burgbergern die Kicker des FC Bayern München. Für TSV-Torwart Johannes ist Olli Kahn der Größte und für Kilian Stürmer Lukas Podolski.

Um selbst im Ballsport Erfolg zu haben, braucht es laut Held nicht unbedingt ein Riesentalent, sondern den Willen, seine Grenzen zu testen. 'Fußball kann man lernen. Man muss kein Diego Maradona sein. Doch etwas Talent kann natürlich nicht schaden', bekräftigt der Coach.

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