Marktoberdorf
Keine Rauchzeichen mehr in Wirtshäusern

Rauch muss draußen bleiben, heißt es seit Sonntag bayernweit in allen Gastronomiebetrieben. Ausnahmen sind bis auf geschlossene Gesellschaften wie Hochzeiten und Geburtstage Fehlanzeige. Auch in Ostallgäuer Bier-, Wein- und Festzelten gelte das Rauchverbot, verlautet aus dem Landratsamt.

Das Gesetz sei hier eindeutig, so der Jurist Ralf Kinkel. Das hätten auch die Oktoberfest-Wirte einsehen müssen, aus deren Domizilen die Zigaretten ebenso bereits in diesem Jahr verbannt werden. Zunächst hatte man im Landratsamt abgewartet, wie sich die Situation um Münchens prominentes Volksfest weiter entwickelt. Jetzt aber herrsche Klarheit, sagt Kinkel.

Erhitzte Gemüter

In Marktoberdorf erhitzt das Rauchverbot infolge des Volksentscheids einige (qualmende) Gemüter. Ingrid Schenz, Raucherin und Stammkundin im «Pizza-Express Mod», versteht die Welt nicht mehr: «Man muss sich das mal überlegen. In unserer Jugend hat im Fernsehen das HB-Männchen Reklame für Zigaretten gemacht. Und jetzt dürfen wir in der Kneipe nicht mal mehr rauchen.

» Dem Lokal wolle sie aber treu bleiben und für jede Zigarette vor die Tür gehen, erzählt die 70-Jährige.

Angenehmes Klima in Gaststube

Lockerer sieht die neue Regelung da schon Tarsin Kirsever, Raucher und ebenfalls Gast im Pizza-Express. «Ich finde das Rauchverbot okay. Wenn man rausgehen muss, raucht man automatisch weniger und lebt gesünder.» Derzeit komme er auf zwei Schachteln am Tag, durch den Zwang wolle er seinen Zigarettenkonsum nun halbieren.

Differenziert sieht das Ergebnis des Volksentscheides auch so mancher Kneipenbesitzer. Manfred Mayr vom «City-Café» in Marktoberdorf sagt zwar, er habe 2008 nach der ersten Einführung des Rauchverbots durch die bayerische Staatsregierung 20 Prozent Umsatzeinbußen gehabt. Mittlerweile schätzten jedoch selbst viele Raucher das angenehme Klima in einer Gaststube ohne qualmende Zigaretten, so der Gastwirt.

Wie es weitergehen soll, weiß Mayr auch: Die Aschenbecher mussten bereits aus dem bisherigen Raucherstüble im ersten Stock weichen, dafür bekommen die Raucher vor dem Haupteingang eine Überdachung.

Häufige Fragen zum Thema Rauchverbot hat das Landratsamt auf seiner Homepage zusammen gestellt. Überprüft werde die Einhaltung der Neuregelung im Zuge der ohnehin stattfindenden Lebensmittelkontrollen. Außerdem werde man Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen, versichert Kinkel.

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