Weiler / Westallgäu
Keine rauchenden Schlote ansiedeln

Alle Bürgermeister und zahlreiche Gemeinderäte der 13 Mitgliedsgemeinden kamen ins Kolpinghaus nach Weiler, um sich über die Ergebnisse des ersten Jahres Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu (WEST) und anstehende Projekte zu informieren.

«Wir werden hier keine rauchende Schlote ansiedeln. Aber wir sind eine attraktive Region für Mittelständler und Dienstleister», lautete ein Fazit von Dr. Gerald Mathis. Er arbeitet für das Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (IKS) in Dornbirn und mit seinem Kollegen Marco Fehr auch für die WEST. In dieser Eigenschaft übernahm Mathis den größten Teil des Abends. «Wir müssen sympathisch wirken und auffallen», so Mathis Fazit zum entwickelten Werbekonzept, das mit einer galoppierenden Kuh und dem Slogan «Go West» ins Auge fällt. Die Rückmeldung aus der Versammlung dazu war positiv.

Allerdings merkte der Opfenbacher Bürgermeister Matthias Bentz an: «Galoppiert die Kuh nicht in die falsche Richtung, nämlich nach Osten?» Im nächsten Jahr soll es passend zum Logo eine «Go West»-Tour geben, auf der sich Westallgäuer Betriebe vorstellen.

Ein wesentliches Element der Arbeit im ersten Jahr war die Erfassung der freien Gewerbeflächen sowie des Bedarfs. Danach ist klar, dass ausreichend Fläche zur Verfügung steht. Die WEST will hier als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung stehen. «Früher mussten Interessenten bei 13 Gemeinden nachfragen», so Mathis. Für jedes Gewerbegebiet wurden Exposés erstellt. Künftig sollen auch mehr interkommunale Gewerbegebiete entstehen.

Nicht immer gehe es um Neuansiedlungen. Die Bestandspflege sei sehr wichtig. Immerhin 30 Unternehmen aus der Region suchen derzeit Immobilien, vornan Produktionshallen und Lagermöglichkeiten, so Mathis. Auch Unternehmensgründern steht die WEST zur Seite. Derzeit wird ein Patenkonzept entwickelt. Schon Anfang 2010 sollen fachkundige Unternehmer dem Nachwuchs mit Wissen, ihrem Netzwerk und Impulsen zur Seite stehen.

Im ersten Jahr führten die WEST-Mitarbeiter über 250 Beratungsgespräche und begleiteten 15 Existenzgründer. Dies soll langfristig zu neuen Arbeitsplätzen führen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war das Thema Breitband-Internet.

Die WEST versteht sich als «Breitband-Pate» der 13 Gemeinden und lässt derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellen, wie die Lücken in der Versorgung geschlossen werden können. «Hier wäre eine einzelne Gemeinde komplett überfordert», stellte WEST-Vorsitzender und Stiefenhofener Bürgermeister Anton Wolf fest. Das Ergebnis soll Ende des Jahres 2009 vorliegen.

Eine große Aufgabe sieht Mathis im ersten «Interreg»-Projekt, das der Landkreis Lindau gemeinsam mit dem Land Vorarlberg realisieren könnte. Bis es soweit ist, müsse ein tragfähiges Konzept entwickelt und entsprechende Fördermittel bewilligt werden. Der angestrebte Schwerpunkt «Erneuerbare Energien» bringe aber Ansiedlungs- und Gründungsmöglichkeiten mit sich.

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