Winterrieden / Kronburg
«Keine höhere Lärmbelastung»

Nachgefragt Beim Geschäftsführer der Firma Soladis über die geplante Wiederbefüllung der Lehmgrube bei Hackenbach Der Plan der Firma Soladis aus Winterrieden, die Lehmgrube in Hackenbach wiederzubefüllen, sorgt in Kronburg für Unmut. Wie berichtet, hat der Gemeinderat einen entsprechenden Antrag des Unternehmens abgelehnt. Zudem wurde die Bürgerinitiative «Natur statt Deponie» gegründet, die sich gegen die geplante Maßnahme zur Wehr setzen möchte. Sie befürchtet vor allem eine erhöhte Lärm- und Verkehrsbelastung. Nun wollten wir auch die Firma selbst zu Wort kommen lassen und haben daher mit Geschäftsführer Hubert Thater über dieses Thema gesprochen.

Der Antrag Ihrer Firma stößt bei der Gemeinde Kronburg und vielen Bürgern auf Ablehnung. Haben Sie mit einem solchen Widerstand gerechnet?

Thater: Eigentlich nicht. Denn die Lärmbelastung wird nicht höher sein als bisher. Derzeit wird noch Ton abgetragen und weggefahren. Bei einer Wiederverfüllung geht der Materialstrom eben in die andere Richtung, also Richtung Lehmgrube. Die Anzahl der Fahrten pro Jahr würde jedoch annähernd konstant bleiben.

Die Gegner des Antrags rechnen damit, dass der mit der Wiederverfüllung verbundene Verkehrslärm auch Auswirkungen auf die Nachbargemeinden haben könnte. Ist diese Befürchtung berechtigt?

Thater: Das Material stammt von dem Aushub, der bei größeren Baumaßnahmen anfällt. Wir können derzeit aber natürlich noch nicht sagen, wo sich die Baustellen in zehn oder 20 Jahren befinden werden. Und die Wege, die eingeschlagen werden, sind vom Ort der Baustelle abhängig.

Weiter steht im Raum, dass die Grube mit schadstoffbehaftetem Material befüllt werden soll. Können Sie das bestätigen?

Thater: Jeder Boden ist in irgendeiner Form in geringem Maße schadstoffbelastet. Dies gilt auch für rund 90 Prozent der Böden in Deutschland, auf denen zuvor keine industrielle Tätigkeit stattgefunden hat. Sobald die Böden abgetragen sind, dürfen sie eigentlich nicht mehr anderweitig verwendet werden. Daher muss das Material beispielsweise in einer Kies- oder Lehmgrube entsorgt werden.

Dennoch wird etwa der Boden, der bei Arbeiten an den Autobahnen übrig bleibt, oft für einen Lärmschutzwall verwendet. In diesem Fall genehmigt es sich der Staat eben selber.

Wird das Material eigentlich untersucht, bevor es in die Lehmgrube geschüttet wird?

Thater: Jeder Aushub wird von uns im Vorfeld auf seine Schadstoffhaltigkeit hin überprüft. Die Belastung muss sich im natürlichen Bereich bewegen, das heißt, sie darf keine Auswirkung auf die Umwelt haben. Gleichzeitig ist geplant, dass das Landratsamt vor Ort ein bis zweimal im Jahr Stichproben vornimmt. Dies ist eindeutig im bayerischen Leitfaden für Wiederverfüllungen geregelt.

Ein weiterer Vorwurf der Kritiker ist, dass das Landschaftsbild durch die Wiederbefüllung beeinträchtigt wird. Wie stehen Sie dazu?

Thater: Dieses Argument kann ich nicht nachvollziehen. Die Landschaft erhält nach Ende der Wiederbefüllung ihren ursprünglichen Charakter wie vor 50 oder 100 Jahren. Das geht auch aus unseren Plänen hervor, die der Gemeinde vorliegen. Im Übrigen ist im Regionalplan der Region Donau-Iller festgeschrieben, dass das ursprüngliche Landschaftsbild wieder hergestellt werden soll.

Wie wollen Sie nun weiter vorgehen?

Thater: Wir werden an dem Antrag festhalten und die Entscheidung des Landratsamts abwarten. Johannes Schlecker

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