Bildung
Kein Weg zurück zum G9

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Über «Leistungsdruck ohne Grenzen» im achtstufigen Gymnasium (G8) - so der Untertitel einer gemeinsamen Veranstaltung der Ostallgäuer Schüler Union, Jungsozialisten und Jungen Liberalen - diskutierten CSU-Finanzstaatssekretär Franz Pschierer (Mindelheim), der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Güll (Landkreis Dachau) und der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben, Leitender Oberstudiendirektor Hubert Lepperdinger (verzichten musste die Runde auf die Diskussionsteilnehmer von FDP und Elternvertretung, die sich entschuldigen ließen). Viele Schüler, Schulleiter, Lehrkräfte, Eltern und weitere interessierte Bürger folgten dem Gespräch und sorgten in der von Dr. Rainer Jehl moderierten Veranstaltung für eine lebhafte Diskussion. Zunächst bekundeten die Referenten ihre Positionen zum G8. Dabei war man sich einig, dass es keinen Weg zurück zum alten Schulsystem geben werde. Güll: «Das Thema ist durch.» Pschierer meinte, auch wenn man in Bayern der Verkürzung vor Jahren skeptisch gegenübergestanden habe, habe man schon aus Gründen der Chancengleichheit für Abiturienten aus dem Freistaat nicht anders handeln können.

Woher kommt nun der Leistungsdruck, über den Schüler in der folgenden Diskussion so sehr klagten? Auf dem Podium war man sich einig, dass dies nicht mit gesunkener Leistungsbereitschaft der Schüler zu tun habe. Ein Lernen unter Druck, gar unter Angst, könne nicht funktionieren, so Güll. Er regte an, Schülern wie Lehrern Monitoring oder Coaching anzubieten, um mit den Belastungen besser klarzukommen. Das Leistungsvermögen der Schüler, aber auch die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer seien wichtig. Dies unterstrich auch Oberbürgermeister Stefan Bosse, für den Lehrer und Lehrerbildung Schlüssel zum Erfolg sind.

Für Pschierer stellen Lehreraus- und Fortbildung ebenfalls wichtige Stellschrauben dar. Die Frage dürfe erlaubt sein, ob ein Lehrer zwingend 40 oder 50 Jahre im geschlossenen System Schule arbeiten müsse. Pschierer forderte von den Bildungspolitikern, die zur Verfügung stehenden Mittel (ein Drittel des bayerischen Staatshaushalts) effektiv einzusetzen. «Allgemein gebildet» fühlten sich übrigens auch G9-Schüler nicht, wie sich in der Diskussion herausstellte. Lepperdinger warnte bei allen Reformen vor der Gefahr eines «inhaltslosen» Abiturs und begrüßte die Herausbildung bestimmter Kompetenzen, die der Lehrplan heute vorsähe. Den ersten G8-Schülern, die jetzt vor dem Abitur stehen, riet er zu einer gewissen Gelassenheit.

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