Kein leichtes Amt

Sonthofen | vk | Mit flottem Tempo prescht der Kommissar auf dem Motorrad über den Zebrastreifen. Die jungen Leute runzeln die Stirn, machen sich Notizen. Kurze Zeit später bremst vor ihnen mit quietschenden Reifen ein unauffälliger Opel. Keine Szenen aus dem neuen 'James Bond', sondern vom schwäbischen Schülerlotsenwettbewerb. 14 Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren testen auf Einladung der Verkehrswacht auf der Sonthofer 'Burg' ihr Wissen und Können. Die Kreisstadt ist damit erstmals Schauplatz des Wettbewerbs, der heuer zum 15. Mal stattfindet.

'Alles im grünen Bereich', frohlockt Günter Fuchs, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern, nachdem der grün-weiße Polizeibus nach gut sechs Metern zum Stehen gekommen ist. Alle Lotsen haben den Anhalteweg, also die Summe aus Reaktions- und Bremsweg, richtig eingeschätzt. 'Aber', warnt Fuchs an diesem sonnigen Morgen, 'bei Schnee, Regen oder Eis hilft keine Formel mehr'. Dann müsse man Autos oder Busse durchfahren lassen. Jaqueline Weyh nickt. Die 15-jährige Schülerin des Gymnasiums Sonthofen ist seit Anfang des Schuljahres als Verkehrshelferin tätig, natürlich ehrenamtlich. Sie steht nachmittags am Pavillon der Schule, um die Kleinen über die viel befahrene Straße zu leiten. 'Es macht mir Spaß zu helfen', sagt sie, und 'ich will, dass nichts passiert'. Gab’s schon mal Ärger mit Autofahrern? Jaqueline schüttelt den Kopf. Da hat sie wohl Glück gehabt, denn Günter Fuchs kann sich schon über das manchmal 'rüpelhafte Verhalten' von Verkehrsteilnehmern aufregen. 'Das ist echt kein leichtes Amt', lobt er das Engagement der Schülerlotsen, die bei Wind und Wetter draußen stünden.

Engagiert sind die Lotsen auch beim Wettbewerb, bei dem nicht nur Praxiswissen, sondern auch die persönliche Reaktionszeit sowie ein solides Grundwissen getestet wird. Welchen Ministerjob in Bayern hat Siegfried Schneider, lautet eine Frage. Und warum halten Schülerlotsen ihre Winkerkelle nicht senkrecht in die Höhe wie ein Polizist, sondern seitwärts? Sicher nicht, 'weil das cooler aussieht'. Aber bei Dunkelheit ist die Kelle im Scheinwerferlicht besser zu sehen. 'Ganz schön schwierig', meint zum Schluss Julia Linnartz, Klassenkameradin von Jaqueline. Aber schließlich habe sie an dem Wettbewerb teilgenommen, um etwas zu lernen.

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