Kein Klamauk rund um Weihnachten

Von Freddy Schissler | Aufkirch Volltreffer. Beim dritten Versuch, Georg Ried zu Hause in seiner Wohnung in Aufkirch ans Telefon zu bekommen, trifft man ins Schwarze. Was nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Ried gehört zu jenen Leuten, die ständig auf Achse sind. Über 40 000 Kilometer legt er im Jahr zurück, die Autobahn A7 fährt er um die 15 Mal rauf und runter. '14 Mal davon', stöhnt Ried, 'regnet es'.

Stellt sich die Frage: Was arbeitet der Mann? Die Berufsbezeichnung lautet Rundfunk- und Fernsehmoderator beim Bayerischen Rundfunk. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Georg Ried macht Musik, dirigiert das Ensemble Blechragu, schreibt Biografien und Reden für Politiker, verfasst humorvolle Gedichte, die in Büchern verewigt sind, moderiert Konzerte und stellt Advents-Programme auf die Beine. Am Sonntag ist es wieder soweit: 'Advent im Stadl' heißt eine Veranstaltung mit Kultstatus.

In Blonhofen im Stadl stimmen heimische Musik-Ensembles auf die Adventszeit ein, Georg Ried liest aus seinen Büchern und begrüßt als Ehrengast den Schauspieler, Autor und Regisseur Peter Pius Irl.

Bei all der Arbeit: Der Stadl in seinem Geburtsort Blonhofen ist Georg Ried wichtig. Dort will er vorweihnachtliche Stimmung verbreiten, die geprägt ist von Besinnlichkeit, aber auch von Humor und guter Laune. Dass man ihn nicht falsch versteht: 'Ich halte nichts von Klamauk rund um Weihnachten.' Aber: Zum Schmunzeln sollte man im Dezember nicht den Keller aufsuchen - sondern den Stadl in Blonhofen.

Dass der 48-Jährige nicht nur ein Meister des Humors ist, sondern auch nachdenkliche Töne anschlagen kann, wird in seinem Film über die heilige Crescentia aus Kaufbeuren deutlich, und wenn er von den Dreharbeiten im Kloster erzählt und davon, wie intensiv er sich dort mit den Schwestern unterhalten hat, wird seine markante Stimme leiser und sanfter. 'Dieser Film', sagt er, 'hat mich geprägt.' Der BR-Mann ist tief eingetaucht in das Leben einer Klosterschwester, 'die eine blitzgescheite Frau war', wie Ried im Rahmen seiner Recherchen feststellte, und habe den Menschen geholfen, wo sie nur konnte.

Georg Ried, das Multitalent, dem allzu oft die Zeit durch die Finger gleitet: 'Die Ideen, was ich machen könnte, gehen mir nicht aus. Und die Anfragen, wo ich moderieren soll, kommen täglich.' Nun wird aber auch einer wie er nicht jünger, und die Stunden, die er auf Autobahnen oder Bundestrassen verbringt, sind für ihn nicht gerade beglückend. Die Termine freilich werden nicht weniger - am letzten Wochenende war er als Moderator in Würzburg und danach in Marburg beim Konzert von Trompeter Walter Scholz im Einsatz. Ein Lichtblick kommt allerdings aus der eigenen Familie: Sohn Bastian, frisch im Besitz eines Führerscheins, wird ihn künftig öfter chauffieren.

Restkarten gibt es für den Abend des Advent im Stadl am 9. November (20 Uhr), die Vorstellung am Nachmittag ist ausverkauft.

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