Roßhaupten
Kein Contra zu den Tempo-30-Zonen

Schweigen heißt Zustimmung, weiß der Volksmund. Entsprechend ist das Schweigen der Roßhauptener bei ihrer Bürgerversammlung zu deuten. Denn bis auf einzelne Anregungen (siehe Infokasten) gaben sich die rund 80 erschienenen Bürger offensichtlich zufrieden mit der Arbeit der Gemeinde - auch die geplante Verkehrsberuhigung fand keine Gegenstimme. Nun steht den 30er-Zonen nichts mehr im Wege. Das Projekt wird nun noch mit dem Landratsamt abgestimmt, ehe es vom Gemeinderat behandelt wird.

Wie berichtet, soll nahezu der gesamte Ort zu einer Tempo-30-Zone werden (siehe Grafik). Diese Lösung zeichnete sich nach einer Ortsbegehung mit Experten ab. Ausschlaggebend waren entsprechende Wünsche vieler Bürger. Bürgermeister Thomas Pihusch betonte aber, dass die 30er-Zonen «nicht für irgendjemand, sondern für uns selber» geschaffen werden. Denn die Erfahrung zeige, dass es überwiegend Einheimische seien, die zu schnell durch den Ort brausen.

Rückblick: Übernachtungen gestiegen, Schulden gesenkt, neue Fuß- und Forstwege geschaffen, Mobilfunkstrahlung gesenkt, Sanierung der Alten Schule in der Tasche, neues Löschfahrzeug bestellt oder LED-Straßenlampen installiert - eigentlich könnte sich Pihusch entspannt zurücklehnen. Doch schon, als er die Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung um rund 240 Euro verkündete, mahnte er zugleich: «Einen Grund zum Jubeln haben wir aber nicht.

» Denn die Wirtschaftskrise sei auch in Roßhaupten «deutlich spürbar».

Vor allem zwingend notwendige Projekte - allen voran die rund zwei Millionen Euro schwere Sanierung der Kläranlage bis 2012 - gäben Grund zur Vorsicht. Eine weitere Großaufgabe ist die Sanierung der Alten Schule am Dorfplatz. Dort sollen im zurzeit unbenutzbaren Erdgeschoss Krippenplätze geschaffen werden.

Die Absicht, Fotovoltaikanlagen auf Gemeindegebäuden zu installieren, werde weiter verfolgt, informierte Pihusch. Entscheidungen darüber werden 2010 getroffen.

Ebenso will man sich mehr Zeit mit den weniger notwendigen Sanierungsarbeiten an der Grundschule lassen. Erste Erkenntnisse über eine neue Schulreform in Bayern lassen den Bürgermeister befürchten, ob die Hauptschule in Roßhaupten noch gehalten werden könne. «Ich will aber unsere Kinder auf alle Fälle im Ort behalten», betonte Pihusch - unter starkem Beifall - seine Kampfbereitschaft, die Schule am Ort zu halten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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